Arbeitsgruppe Biogas

Arbeitsgruppenleiter: Prof. Dr. Bernd Linke, Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim (ATB)

Die Arbeitsgruppe Biogas der ETI hat in der Vergangenheit den Ausbau der Biogasnutzung in Brandenburg maßgeblich befördert. Als etablierte Plattform für die Biogasbranche im Land diente und dient die Arbeitsgruppe dem Informationsaustausch zwischen Entwicklern, Anlagenbauern, Behörden, Investoren und Anwendern.

Biogasanlage auf dem "Grünen Lausitzring"

Von der Arbeitsgruppe Biogas wurde bereits 2007 die Broschüre „Biogas in der Landwirtschaft: Leitfaden für Landwirte im Land Brandenburg“ erstellt. Diese wurde im Jahr 2011 grundlegend überarbeitet und aktualisiert und ist eines der besten Biogaskompendien Deutschlands:

In Zusammenarbeit mit dem Fachverband Biogas entstand das„Brandenburg-Berliner Zuliefererverzeichnis Biogas“, in dem zahlreiche Unternehmen aus der Biogasbranche gelistet sind. Dieses liegt nun in der aktuellen Ausgabe von Juni 2010 vor.

Unter den gegenwärtigen veränderten Rahmenbedingungen der Biogaserzeugung (Verteuerung der Agrarrohstoffpreise) ist es um so wichtiger, bestehende Anlagen zu optimieren, Technologien für die Nutzung neuer Gärsubstrate aus dem Bereich der Rest- und Abfallstoffe zu entwickeln und die Hektar-Energieerträge durch den Anbau neuer Biomasse-Arten und Sorten zu erhöhen. Diese Themen werden in der aktuellen Arbeit der Arbeitsgruppe aufgegriffen. In den Arbeitsgruppensitzungen werden weiterhin regelmäßig innovative Anlagen besichtigt.

Arbeitsgruppensitzung AG Biogas

Hier finden Sie Informationen zu unseren Arbeitsgruppensitzungen seit 2007. Ältere Arbeitsgruppensitzungen finden Sie noch im Veranstaltungsarchiv (linke Navigationsleiste, Veranstaltungen, Veranstaltungsarchiv).


Workshop auf der Brala am 03. Juni 2011

Vierte aktualisierte Auflage des Leitfadens Biogas auf der Brandenburgischen Landwirtschaftsausstellung vorgestellt

Biogas gehört zu den tragenden Säulen der Biomassestrategie des Landes Brandenburg. Bereits seit Jahren berät der „Leitfaden Biogas“ Landwirte und  Investoren umfassend zu allen Fragen rund um die Nutzung von Biogas. Der Leitfaden gilt als eines der besten Kompendien zu diesem Thema in Deutschland.

Seit Beginn dieses Jahres wurde der Leitfaden einer umfassenden Revision und Aktualisierung unterzogen. Federführung hatte hierbei Dr. Matthias Plöchl von der BioenergieBeratungBornim GmbH (B3). Unterstützt wurde er von Experten des Leibniz-Instituts für Agrartechnik Potsdam-Bornim, der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, dem Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, dem Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung sowie der KTG Biogas AG. Die Einbeziehung von Fachwissen aus den verschiedenen Bereichen stellt die erneut hohe Qualität des Leitfadens sicher.

Die Brandenburgische Energie Technologie Initiative ETI präsentierte die neue Broschüre gemeinsam mit dem Fachverband Biogas sowie dem Landesbauernverband Brandenburg erstmals auf einem Workshop am 3. Juni 2011 während der Brandenburger Landwirtschaftsausstellung.

Neben der Präsentation des Biogasleitfadens gab es eine lebhafte und zum Teil sehr kontroverse Podiumsdiskussion zu aktuellen Fragen der Bioenergie, Themen waren:

  • die Novellierung des EEG und die Folgen für die Bioenergie
  • die Rolle von Biogas in der Biomassestrategie des Landes
  • die weitere Entwicklung der Biogasbranche in Brandenburg

Die Diskussionsteilnehmer kamen aus einem breiten interessierten Spektrum; so waren neben Landespolitikern Vertreter der Ministerien des Landes für Umwelt und Landwirtschaft, des Fachverbandes Biogas, des Landesbauernverbandes sowie weitere Biogasexperten und Landwirte beteiligt.

Im Fokus der kritischen Bemerkungen stand der Referentenentwurf zum EEG 2012, der nach Meinung von Experten zahlreiche Ungereimtheiten aufweist. Die Kritik richtete sich gegen die vorgeschlagenen Änderungen in der Vergütungsstruktur, die rückwirkende Benachteiligung von Altanlagen und den vorgesehenen Mindestwärmenutzungsgrad von 60 %. Scharf kritisiert wurde auch, dass die vorgeschlagenen Vergütungssätze vor allem Großanlagen bevorzugen, was dezentrale, standortangepasste und von der Bevölkerung akzeptierte Biogasanlagen konterkariert.

Einig waren sich alle Diskussionsteilnehmer in der Forderung, dass die Novellierung nicht das Vertrauen in die Verlässlichkeit des EEG untergraben darf. Investitionssicherheit und die Finanzierung von Projekten, die langfristig stabile Rahmenbedingungen brauchen, dürfen nicht beeinträchtigt werden. Das gelte besonders für die zahlreichen Verordnungsermächtigungen im Referentenentwurf, die dem Bundesumweltministerium freie Hand geben würden, maßgebliche Bestimmungen unter Umgehung des Bundestages zu ändern.

Der Appell an die Politik lautete daher: Das neue EEG soll Investitionen in eine nachhaltige Biogaserzeugung nicht bremsen, sondern im Gegenteil Anreize für Investoren schaffen, Innovationen und Effektivitätssteigerung fördern und nicht zuletzt die regionale Wertschöpfung stärken.


5. Fachtagung Biogas am 20. Oktober 2010 in Potsdam

Regionale Wertschöpfung im Dialog mit Nachhaltigkeit und Klimaschutz

Bericht des MUGV Brandenburg von der Biogas-Konferenz:

"Produktion und Nutzung von Biomasse spielen in Brandenburg eine herausragende Rolle und erleben gerade einen anhaltenden Aufschwung. Die Sieger im Bundeswettbewerb Bioenergie-Regionen Märkisch-Oderland und Ludwigsfelde, das erste Hybridkraftwerk Deutschlands in der Uckermark oder die energieautarke Gemeinde Feldheim zeigen eindrucksvoll, dass in unserem Land Bioenergie erfolgreich in zukunftsweisenden Projekten eingesetzt wird", sagte Rühmkorf.

Auf der 5. Biogas-Fachtagung präsentierte sich eine Wachstumsbranche, die in den vergangenen 10 Jahren eine rasante Entwicklung genommen hat. Bundesweit produzieren derzeit mehr als 5.000 Biogasanlagen Strom und Wärme. In Brandenburg werden es zum Jahresende rund 200 Anlagen sein.

Der aus Biogas erzeugte Strom reicht aus, um 10 Prozent der deutschen Privathaushalte mit Ökostrom zu versorgen. Im Jahr 2020 werden schon 20 Prozent des Bedarfs der rund 40 Millionen Haushalte in Deutschland mit Ökostrom aus Biogas gedeckt werden können. Das ersetzt die Leistung von mehr als drei Atomkraftwerken.

Damit wird zudem ein spürbarer Beitrag zum Klimaschutz durch die Reduzierung der Emission von Treibhausgasen geleistet. Biogasanlagen sind zu einem wesentlichen Element nachhaltiger Wertschöpfung im ländlichen Raum geworden und bieten dezentralen Lösungen für eine klimafreundliche und regenerative Energieerzeugung.

Im Mittelpunkt der Tagung stand die Diskussion über den Beitrag, den Biogas zur Umsetzung der Brandenburger Energie- und Klimaschutzstrategie leisten soll. Rühmkorf betonte auch die Rolle von Biogas in der aktualisierten Biomassestrategie des Landes.

Die Beiträge des Leibniz-Instituts für Agrartechnik Potsdam-Bornim, der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus und der Humboldt-Universität Berlin beleuchteten neue Entwicklungen und Nutzungsmöglichkeiten der an Facetten reichen Biogastechnologie.

Am Nachmittag standen neben der Suche nach neuen und effektiveren Wegen der Erzeugung von Energiepflanzen unter Beachtung von Nachhaltigkeit und Naturverträglichkeit vor allem Erfahrungsberichte aus der Praxis von Anlagenbetreibern auf der Tagesordnung. Dazu gehörten die Themen Kraft-Wärme-Kopplung und effizienter Betrieb kleiner Biogasanlagen ebenso wie die Verwendung von BioErdgas für eine energieeffiziente Mobilität und die Möglichkeiten der Nutzung von Biogasanlagen für die Aquakultur.

Das Programm und Präsentationen der Vorträge finden Sie hier.


Eindrücke von der Biogas-Fachtagung 2010