Die Präsentationen der Vorträge:
Biogas hat sich in den letzten Jahren zu einer boomenden Branche mit großem Wachstumspotenzial entwickelt. Biogasanlagen sind zu einem unverzichtbaren Baustein nachhaltiger regionaler Kreislaufwirtschaft und für die Etablierung dezentraler Energieversorgungslösungen geworden. Die ökologischen Vorteile der Nutzung von klimafreundlichen Varianten der Energieversorgung auf Basis von Biogas sind unumstritten. Dank der technologischen Fortschritte wachsen auch die ökonomischen Vorteile, die Angebote werden innovativer und vielseitiger.
Dennoch ist der weitere Ausbau der Nutzung von Biogas kein Selbstläufer. Erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung braucht Investitions- und Planungssicherheit durch verlässliche Rahmenbedingungen der Politik.
Die Arbeitsgruppe Biogas und die 56 Teilnehmer der Tagung haben deshalb am 8. Dezember 2009 vor allem über die interessante Frage diskutiert, wie die Entwicklung der Branche nach den Wahlen in Bund und Land weiter verlaufen wird und welche Weichenstellungen eventuell notwendig sind, um auch künftig erfolgreich zu sein.
Hier finden Sie das Programm und 2 der Vorträge zum Herunterladen:
Bei der anschließenden Tagung der Regionalgruppe Berlin-Brandenburg des Fachverbandes Biogas ging es um Organisatorisches und wichtige Fachfragen. Volker Schulze, Regionalreferent Ost, stellte "Aktuelles aus Präsidium und Geschäftsstelle" vor.


Vor über einem Jahr wurde in Folge der Meseberger Beschlüsse der Bundesregierung die Gasnetzzugangsverordnung novelliert. Mit dieser Gesetzesnovelle und der Anfang dieses Jahres in Kraft getretenen EEG-Novelle sollten die Weichen für eine Verbreitung der Biogasaufbereitung auf Erdgasqualität und zur Einspeisung des Bioerdgases ins Erdgasnetz gestellt werden. Bisher blieb der Boom an Gasaufbereitungsanlagen allerdings aus.
Die Arbeitsgruppensitzung beleuchtete den Stand der Biogasaufbereitung in Brandenburg und Deutschland infolge der neuen Gesetzgebung.
Zudem gab es die Gelegenheit, die erste Brandenburger Aufbereitungsanlage der E.ON edisnatur GmbH in Ketzin zu besichtigen. Hier werden bereits seit letztem Jahr ca. 400 Nm³/h Bioerdgas ins Netz der NBB eingespeist und an anderer Stelle in Strom und Wärme umgewandelt. In Fachgesprächen wurden der Stand der Technik und Erfahrungen aus Anlagenplanung und Betrieb diskutiert.
In diesem Jahr nahmen 65 Interessierte an der Sitzung teil.
9.30 bis 13.00 Uhr: Fachgespräch, Moderation: Prof. Dr. Bernd Linke, AG Leiter
Außerdem stand Herr Thomas Ryll, BEGA.tec GmbH, Berlin, für Fragen zum Thema Brennwertregulierung von Bioerdgas und zum Prozessgaschromatographen der Ketziner Anlage zur Verfügung.
Erfahrungen der Anlagenbetreiber und Besichtigung der Biogasanlage und der Gasaufbereitungsanlage der E.ON edisnatur Erneuerbare Energien GmbH sowie der Einspeisestation der NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg mbH & Co. KG in kleineren Gruppen unter Führung von Jürgen Knispel (E.ON edisnatur GmbH), Dr. Alfons Schulte (oder N.N.) (carbotech AC GmbH), Bernd Groenke, Herr Jagoschinski (NBB mbH & Co. KG), Thomas Ryll (BEGA.tec GmbH).
Für die energetische und stoffliche Nutzung von Gärresten aus Biogasanlagen werden zunehmend Technologien entwickelt. Die Gärreste sollen nicht wieder auf den Ackerflächen ausgebracht, sondern anderweitig verwertet werden. Dabei haben die Gärreste eine wichtige Funktion bei der Einhaltung von Stoffkreisläufen und der Aufrechterhaltung von Humusbilanz und Nährstoffgehalt der Ackerböden. In der Arbeitsgruppensitzung wurde diese Fragestellung durch Experten ausführlich erörtert und gemeinsam diskutiert.
Weiteres Thema war die Umsetzung der EEG-Novelle, die zum Jahresbeginn 2009 in Kraft tritt. Herr Gegner vom Fachverband Biogas erläuterte noch einmal die aktuelle Entwicklung zur Interpretation der Inhalte der EEG-Novelle erläutern.
Bestandteil des Arbeitsgruppentreffens war dieses Mal die Besichtigung der Biogasanlage von Bernd Winnige in Kiehnwerder, gelegen zwischen Neu Hardenberg und Letschin. Bei der Anlage handelt es sich um eine landwirtschaftliche Biogasanlage mit einer installierten Leistung von 536 kWel, die 2007 in Betrieb gegangen ist. Die Anlage ist vorbildlich in den bestehenden landwirtschaftlichen Betrieb integriert und wird von der Familie Winnige selbst betrieben. Durch hohes Engagement und große Sachkenntnis der Betreiber wurde die Anlage zu einem guten Beispiel für regionale Stoffkreisläufe. Für die nähere Zukunft plant der Betrieb den Bau einer Anlage zur Geflügelmast, um die Wärmenutzung der Biogaslange noch verbessern zu können.
An der Arbeitsgruppensitzung nahmen mehr als 50 Interessierte teil.
10:00 Uhr Besichtigung der Biogasanlage Kiehnwerder, Herr Bernd Winnige
13:00 - 16:00 Uhr, inkl. Kaffeepause, Workshop mit folgenden Themen :
Moderation: Prof. Dr. Bernd Linke, ATB Potsdam

Das Jahr 2007 war kein gutes Jahr für die Biogasbranche in Deutschland. Stark steigende Agrarrohstoffpreise haben die Wirtschaftlichkeit von Biogasanlagen gefährdet und der Bau bereits geplanter Anlagen wurde z.T. zurückgestellt. Umso wichtiger ist die fortwährende Verbesserung der Biogastechnologien, die Optimierung bestehender Verfahren und die Entwicklung neuer und verbesserter Gärverfahren, die eine höhere Gasausbeute und einen stabilen Anlagenbetrieb ermöglichen.
Anfang des Jahres 2008 kommen Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen auf die Biogasbranche und die Anlagenbetreiber zu: Die Novelle des EEG, das Erneuerbare Energien WärmeGesetz (EEWärmeG) und evtl. ein Gaseinspeisegesetz bzw. eine Novelle der Gasnetzzugangsverordnung.
In der ETI - Arbeitsgruppe Biogas wurden dieses Mal weiterentwickelte, innovative Gärverfahren vorgestellt und diskutiert. Außerdem wurde ein Einblick in die Entwürfe von EEG-Novelle und EEWärmeG und deren Auswirkungen für Biogasbranche und Anlagenbetreiber gegeben.
Vor dem eigentlichen Arbeitsgruppentreffen war es möglich, die Biogasanlage der Agraferm Technologies AG in Sauen zu besichtigen. In der 500 kW - Anlage werden seit Ende 2006 NawaRos (Mais- und Grassilage) vergoren.
Zum Auftakt der Veranstaltung bestand die Möglichkeit, die neue Biogasanlage mit Trockenfermentationsverfahren der Fa. Loock in 15306 Friedersdorf bei Seelow zu besichtigen. Im Mittelpunkt des anschließenden Seminars im Saal der Landwirtschaftsgenossenschaft e.G. Dogelin, Maxim-Gorki-Str. 6, 15306 Vierlinden OT Dolgelin, standen neben Verfahren der Trockenfermentation Möglichkeiten der Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung und neue Aspekte des Energiepflanzeneinsatzes in Biogasanlagen.
Die ETI wird finanziert aus Mitteln des Ministeriums für Wirtschaft des Landes Brandenburg und der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam.