11. Fachtagung Biogas 2016 in Potsdam

Chancen und Risiken von Biogasanlagen

Frank Baur, Dr. Joachim Pertagnol

Perspektiven von Biogas

Dipl.-Ing. Torsten Birth, Marcel Scheffler, Fraunhofer IFF

Abfallvergärung in Südbrandenburg

Dr. B. Dutschmann, Abfallentsorgungsverband „Schwarze Elster"

Praxisbericht Biogasanlage Wittbrietzen

Frenzel

Praxisbericht Biogasanlage Beatenhof

Kornmann

Fortführung einer regionalen Bioenergieberatung als anbieterneutrale Anlaufstelle

Dr. Matthias Plöchl, BioenergieBeratungBornim

EEG 2017

Dr. Stefan Rauh, Fachverband Biogas

Analyse bestehender Biogasanlagen

Gerd Hampel, Martin Schulze

Perspektiven von Biogas am Beispiel der Biothananlage "Am Finkenberg"

Dr.-Ing Tews, Biothan GmbH

Biogasforschung aktuell

Susanne Theuerl, ATB Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie

Bestandsanlagen im neuen EEG

Rechtsanwalt Dr. Hartwig von Bredow

Biogas in Brandenburg - Stand & Perspektiven

Henrik Wendorff, LBV Brandenburg e.V.

10. Fachtagung Biogas 2015 in Potsdam

Biogas in der Landwirtschaft - Stand und Perspektiven

Udo Folgart, Präsident des LBV Brandenburg e.V.

Virtuelle Kraftwerke durch Biogasanlagen – Regelenergievermarktung und flexibler Anlagenbetrieb

Lars Halfter, NEXT Kraftwerke

Stand der Direktvermarktung

Bodo Drescher, Fachverband Biogas e.V.

Upgrading von Biogasanlagen - Zukünftige Anforderungen, Herausforderungen und Hemmnisse

Dr. Henning Hahn, Fraunhofer IWES

Düngewirkung von Gärprodukten - Aufbereitung und Nutzung von Gärprodukten aus Bioabfällen

Christina-Luise Roß, Institut für Agrar- und Stadtökologische Projekte an der Humboldt Universität zu Berlin (IASP)

Klimaschutz und ländliche Entwicklung durch Biogas in Brandenburg

Dr. Günter Hälsig, Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft Brandenburg

Erfahrung mit der Flexibilität - Beispiel Cord-Kruse Schweinezucht

Bernd Cord-Kruse, Schweinezucht Cord-Kruse

9. Fachtagung Biogas 2014 in Potsdam

Gut gefüllte Reihen im großen Saal der IHK Potsdam
Angeregte Gespräche in der Fachausstellung

Mehr als 120 Besucher nahmen an der 9. Fachtagung Biogas 2014 in der Industrie- und Handelskammer Potsdam teil. Sie folgten der Einladung der Brandenburgischen Energie Technologie Initiative (ETI), des Landesamtes für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV), des Fachverbandes Biogas e.V. und des Leibniz-Institutes für Agrartechnik Potsdam-Bornim e.V. (ATB).

Die Veranstaltung stand ganz im Zeichen des novellierten EEG, welches den Biogasbereich ganz besonders hart trifft. Die Branche werde zu Unrecht durch die Novelle diskriminiert, bestätigte Dr. Manfred Wäsche, Geschäftsbereichsleiter Wirtschaft der IHK Potsdam. Der jährliche Zubau werde auf einen schmalen Korridor von 100 MW, sowie die vorwiegende Nutzung von Rest- oder Abfallstoffen begrenzt und die Bonuszahlungen für bestimmte Einsatzstoffe (Einsatzstoffvergütungsklassen) würden ersatzlos gestrichen, bestätigte Jürgen Claus, Referatsleiter für Erneuerbare Energien im Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz. Manfred Gegner, Regionalgruppensprecher Berlin-Brandenburg des Fachverbandes Biogas konstatierte "Unter diesen Bedingungen ist ein weiterer Zubau von Biogasanlagen in Brandenburg ausgeschlossen!"

Jürgen Claus ging in seinem Fachvortrag auf die Bedeutung des Biogases für die Energiestrategie des Landes ein und stellte fest, daß gerade die klimapolitischen Ziele des Landes ohne Bioenergie nicht erreichbar seien. Er sieht insbesondere folgende Optionen: die Effizienzsteigerung des Anlagenbestandes in Kombination mit dem Angebot umfangreicher Netzleistungen (Regelenergie) und den verstärkten Einsatz der Biogastechnik auf Kompost- und Kläranlagen im Sinne einer Kaskadennutzung. Das MUGV führt weiterhin gegenwärtig drei Untersuchungen durch, um die Potenziale für die Effizienzsteigerung von Biogasanlagen, sowie den Einsatz von Bioabfällen und Landschaftspflegematerial zu eruieren.

Anschließend stellten die Bearbeiter der Studien erste Ergebnisse vor. Rebekka Graef von der GfBU zert GmbH bearbeitet die Potenzialerhebung zu den Bioabfällen. Sie kommt zu dem Ergebnis, daß in Brandenburg von einem theoretischen Potenzial von knapp 88.000 t Abfällen ausgegangen werden könne, wovon jedoch nur knapp 17.000 t tatsächlich verfügbar seien. Bei diesen Stoffen handele es sich hauptsächlich um Schlachtabfälle, Reste der Back- und Teigwaren, sowie Obst- und Gemüseverarbeitung. Die räumliche Verteilung sei dabei sehr dispers. Das höchste Aufkommen sei im Landkreis Oder-Spree mit einer Menge von etwa 3.400 t verortet. In vielen LK läge das freie Potenzial jedoch deutlich unter 1.000 t. Auf Basis von Bioabfällen lassen sich damit keine neuen Anlagen realisieren, sie können jedoch begrenzt in einzelnen Biogasanlagen andere Substrate ersetzen. Dazu ist jedoch häufig eine Erweiterung der Anlagen durch eine Hygienisierung erforderlich.

Im folgenden Vortrag stellten Sven Schicketanz, Bosch & Partner GmbH und Dr. Matthias Plöchl, BioenergieBeratungBornim GmbH B³ den aktuellen Untersuchungsstand zu Potenzialerhebung Landschaftspflegematerial vor. In einzelnen Hotspots sei bei einem Einzugsradius von 10 km ein Biomasseertrag von bis 100.000 t Trockenmasse pro Jahr möglich. Besonder interessant seien dabei Grassilagen und frisch geschnittene Gräser, die konkurrenzfähige Methanerträge gegenüber konventionellen Energiekulturen (z.B. Mais) böten.

Gerd Hampel (Agrarberater) und Martin Schulze (Naturenergie GmbH) haben im vergangenen Jahr etwa 45 Biogasanlagen besichtigt und initial zu Effizienzpotentialen beraten. Dabei standen Anlagen landwirtschaftlicher Betreiber im Fokus der Untersuchung. Sie stellten fest, daß bei den meisten Anlagen der Biogasertrag signifikant gesteigert werden könne. Diese Ertragssteigerung sei weitestgehend unabhängig von der Bauart der Anlage. Optimierungspotenziale lägen häufig in Detailverbesserungen wie bei der Verrohrung, der Betriebsweise oder auch der Arbeitsorganisation. Fünf der untersuchten Anlagen sollen nun noch repräsentativ eine Detailberatung erhalten, welcher einen detaillierten Modernisierungsfahrplan zum Ziel hat und für eine konkrete Investitionsplanung genutzt werden kann. Die Ergebnisse der Untersuchung werden baldmöglichst in einer Neuauflage des ETI-Biogasleitfadens verarbeitet, um möglichst vielen Betreibern Hinweise zur Optimierung Ihrer Anlagen zur Verfügung zu stellen.

Im dritten Tagungsblock folgten Praxisvorträge der Wirtschaft. Zunächst stellte Simon Batt-Nauerz von der ALBA Berlin GmbH ein Projekt vor, bei dem ballierte Grassilage in Biogasanlagen verwertet wird. Das Projekt, welches mit dem Kooperationspartner GRUNSKE Metallrecycling GmbH durchgeführt wird zeigt vor allem erhebliche Vorteile bei der Klimafreundlichkeit. Während beim herkömmlichen Verfahren der Kompostierung etwa 88 kg CO2 pro Tonne Grüngut entstehen kann bei der Fermentierung eine Klimaentlastung von 255 kg CO2/t erreicht werden. Zulieferer für das Projekt sind u.a. kommunale Grünflächenämter und eine Rollrasenfirma.

Im anschließenden Vortrag präsentierte Christoph von Jan seine Erfahrungen bei der Verwertung von Bioabfällen. Von Jan ist Geschäftsführer der Schradenbiogas GmbH, die an fünf Standorten Biogasanlagen betreibt, die mit Bioabfällen gefüttert werden. Er verdeutlichte, daß für den Erfolg des Unternehmens die Vorhaltung einer eigenen Logistik unabdingbar sei. Der Wettbewerb, um den kostbaren Abfallrohstoff ist hart. Darüber hinaus sind gewerbliche Abfallproduzenten stets bemüht, ihre Prozesse zu optimieren und damit Abfallmengen zu verringern. Auch das Kreislaufwirtschaftsgesetz schreibt vor, daß vor der Verwertung die Vermeidung steht. Schradenbiogas produziert aus den Abfällen neben Strom und Wärme zunehmend Bioerdgas.

Im letzten Beitrag des Tages stellte Anne Unger vom Energiehandelshaus Energy2Market GmbH die Möglichkeiten der direkten Vermarktung von Strom vor. Biogasanlagenbetreiber können Energiehandelshäuser wie E2M damit beauftragen den von Ihnen produzierten Strom direkt an der Börse zu handeln. Dabei können im Gegensatz zur klassischen EEG-Vergütung von einem geschickten Händler signifikante Mehrerlöse erzielt werden. Dabei kann der Anlagenbetreiber zwischen verschiedenen Modellen wählen. Grundsätzlich gilt jedoch: je mehr Kontrolle der Händler über die Anlage erhält, desto flexibler kann er auf unterschiedliche Marktsituationen reagieren. Darüber hinaus muss die Anlage auch technisch in der Lage sein Flexibilität bereitzustellen (z.B. durch Gasspeicher). Auch hier gilt wieder: je flexibler desto höher die möglichen Erträge. Gleichzeitig muss jedoch auch berücksichtigt werden, daß mit steigender Flexibilität das unternehmerische Risiko steigt und ggf. gewohnte Fahrweisen (z.B. maximale Dauerlast) aufgegeben werden müssen.

Zum Abschluss der Veranstaltung fasste Sabine Blossey (MUGV) die Ergebnisse der Tagung zusammen und ermunterte die Branche, die gegenwärtig schwierige Situation zu nutzen, um sich als verlässlicher Partner des Energiemarktes zu positionieren, um bei der kommenden Novelle des EEG (2016) neue Verhandlungsspielräume zu gewinnen.

Die Präsentationen zum Download.

Arbeitsgruppensitzung am 03.06.2014 in Berlin

Energiepflanzentag 2013 in Ribbeck

Am 10.12. 2013 fand auf Schloss Ribbeck der Energiepflanzentag für Praktiker statt. ETI lud gemeinsam mit dem Fachverband Biogas e.V. und dem Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam Bornim e.V. (ATB) Biogasanlagenbetreiber und Landwirte ein, um neue Energiepflanzen vorzustellen. Die BioenergieBeratung Bornim B³ GmbH richtete die Veranstaltung in bewährtere Weise aus. Geschäftsführer Dr. Matthias Plöchl moderierte den Tag und hielt auch selbst einen Vortrag zum Thema Biomassepaotenziale in Brandenburg. Diese fallen - je nach Berechnungsmethode - sehr unterschiedlich aus. Einigkeit herrscht jedoch darüber, daß eine energetische Biomassenutzung, die ausschließlich auf Reststoffen basiert zu kurz greift. Biogas und Co. erfüllen insbesondere durch Systemdienstleistungen eine zentrale Aufgabe in der Energiewende, die nur mit Energiepflanzen möglich ist.

Sabine Blossey vom Ministerium für Umwelt Gesundheit und Verbraucherschutz (MUGV) erläuterte in Ihrem Vortrag die Bdeutung der sog. iLUC-Faktoren: die Berechnung der Treibhausgasemissionen von Biokraftstoffen erfolgt EU-weit nach einem einheitlichen Modell, welches die gesamte Wertschöpfungskette (vom Biomasseanbau bis zur Verbrennung) beinhaltet. In jüngster Zeit wurden Vermutungen angestellt, daß der Anbau von Energiepflanzen, Nahrungsmittel von den Agrarflächen verdränge. Dies führe zu einem erhöhten Flächenbedarf, der insbesondere in tropischen Ländern zur Rodung von Regenwald oder dem Umbruch von Feuchtgebieten führe, die damit nicht mehr als Senke für Treibhausgase zur Verfügung stünden. Dieser Vorgang wird als indirekte Landnutzungsänderung (engl. indirect landuse change kurz: iLUC) bezeichnet. Die EU berät z.Z. ob für alle in Europa produzierten Biokraftstoffe auf Energiepflanzenbasis zusätzliche CO2-Emissionen angenommen werden sollten, die den indirekten Landutzungsänderungen Rechnung tragen. Dies würde jedoch dazu führen, daß die meisten Biokraftstoffe die gesetzlich vorgeschriebene Treibhausgasminderung (gegenüber fossilen Kraftstoffen) nicht länger erfüllen könnten. Als Ausgleich dafür sollen Biokraftstoffe aus Reststoffen mit einem höheren Treibhausminderungspotenzial berechnet werden, als dies tatsächlich der Fall ist. Dieses Modell soll voraussichtlich ab 2020 in Kraft treten.

Die beiden eher politischen Vorträge sorgten während der Kaffeepause bei den Teilnehmern für angeregte Diskussionen.

Anschließend folgten Vorträge zur landwirtschaftlichen Praxis.

Volker Schulze vom Fachverband Biogas stellte das Projekt "Farbe ins Feld" vor. Hier werden auf landwirtschaftlichen Flächen zur Energiepflanzenproduktion 3 m breite Streifen mit Wildpflanzenmischungen eingebracht. Diese durchbrechen nicht nur optisch den häufig monokulturellen Maisanbau, sondern bieten auch einer Vielzahl von Insekten und Feldvögeln ein Habitat, die ihrerseits dabei Helfen das Feld von Schädlingen freizuhalten, wodurch weniger Pestizide zum Einsatz kommen. Mehr als 1000 Felder wurden bisher im Rahmen des Projektes mit über 1000 ha Blühstreifen ausgestattet. Seit 2013 wird als zusätzliches Projektziel die Verwendung alternativer Energiepflanzen (z.B. durchwachsene Silphie oder Szarvasi) unterstützt. Knapp 1500 ha dieser Kulturen wurden bislang etabliert. Dies ist zwar eine vergleichweise kleine Fläche, der Erfahrungsgewinn ist jedoch beträchtlich.

Das Gut Dummerstorf setzt seit zwei Jahren auf die Zuckerrübe als Biogaskosubstrat. Geschäftsführer Klaus Parr berichtete, daß sich die Kultur als Alternative zum Mais bewährt habe. Der 650 ha-Betrieb südwestlich von Rostock nahm 2006 die Biogasanlage mit 340 kW elektrischer Leistung in Betrieb. Die anfallende Wärme wird an das Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN) verkauft. Als Haupteinsatzstoff wird in der Anlage Gülle verwendet (21.000 t/a), die aus der Milchviehhaltung stammt. Neben dem Kosubstrat Maissilage (1500t/a) wird seit 2012 auch Zuckerrübenmus (1.100 t/a) eingesetzt. Die großen Vorteile des Substrates liegen zum einen in den niedrigeren Kosten gegenüber Getreide und Mais, wobei die Biogasleistung konstant blieb, zum anderen verfügt die Zuckerrübe über eine hervorragende Vorfruchtwirkung in der Fruchtfolge und durch die automatische Zuführung des pumpfähigen Muses wird der Fütterungsaufwand erheblich reduziert.

Landwirte bauen Pflanzen in Fruchtfolgen an, so daß idealerweise nicht eine die gleiche Kultur in zwei aufeinanderfolgenden Jahren am selben Standort ausgesät wird. Dies verhindert z.B. die Ausbreitung von Krankheiten. Auch für die vergleichweise neuen Energiepflanzen werden im Rahmen des bundesweiten EVA-Projektes seit 2005 Fruchtfolgen für verschiedene Standorte entwickelt. Günther Ebel vom ATB stellte die vorläufigen Ergebnisse für Brandenburg vor. Mais bleibt nach wie vor eine hervorragende Biogaskultur, die jedoch sehr gut mit anderen Kulturen zu einer Fruchtfolge kombiniert werden und im Standjahr z.B. durch Untersaaten ökologisch aufgewertet werden kann. Als weitere Fruchtfolgeglieder empfiehlt Ebel u.a. Sorghum und Winterroggen, wobei das Strog auf der Fläche verbleibt und Gärreste zurückgeführt werden, um eine ausgeglichene Humusbilanz zu erzielen.

Das Beratungsbüro Bosch & Partner untersucht derzeit im Auftrag des MUGV energetisch nutzbare Potenziale von Landschaftspflegematerial, wie es z.B. bei der Pflege von Straßen- und Wegbegleitgrün anfällt. Dr. Wolfgang Peters erläuterte, daß holzige Biomassen dabei einer Verbrennung und krautige einer Vergärung zugeführt werden könnten. In einer ersten Untersuchung zum Havelland wurde ein energetisch nutzbares Potenzial von über 40.000 t pro Jahr ermittelt. Die Ergebnisse des Projektes werden Ende 2014 erwartet.

Zum Abschluss stellte Till Belusa das Internetportal SYNERGEO vor, daß von der Technischen Universität Berlin entwickelt wurde. Die Onlineplattform beinhaltet ein Werkzeug zur Biomassepotenzialerfassung. Grundlegende Daten für einen Überblick theoretisch nutzbarer Biomassen liefert die Internetseite gleich mit. Jedoch können regionale Akteure (z.B. Landwirte oder Landschaftspfleger) eigenständig verfügbare Mengen ihrer eigenen Flächen eingeben. Damit gelangt man schrittweise zu einem detaillierten und realitätsnäheren Bild als es durch Modellierungen möglich ist.

Die Vorträge zum Download.

Artikel "Liebling Mais" im Preussenspiegel

8. Fachtagung Biogas 2013 in Potsdam

Fachvortrag von Martin Schulze
Besucher in der Fachausstellung

Am 30. Oktober 2013 fand in der IHK Potsdam die 8. Fachtagung Biogas statt. Die Veranstaltung wurde traditionell von der Brandenburgischen Energie Technologie Initiative (ETI) in Kooperation mit dem Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV) ausgerichtet. Fachliche Unterstützung leisteten der Fachverband Biogas, das Leibnizinstitut für Agrartechnik Potsdam-Bornim (ATB) und der Landesbauernverband Brandenburg. Dr. Manfred Wäsche, Geschäftsbereichsleiter Wirtschaft der IHK Potsdam betonte in seinem Grußwort die hohe Bedeutung der Biogastechnologie für eine erfolgreiche Energiewende und verwies zugleich auf wachsende Herausforderungen durch Systemdienstleistungen. Dr. Günther Hälsig vom Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (MUGV), Abteilungsleiter Umwelt, Klimaschutz, Nachhaltigkeit unterstrich dies in seinem Einführungsvortrag und erläuterte die Wichtigkeit einer Effizienzsteigerung der Bestandsanlagen. Dazu wird gegenwärtig eine Maßnahme der Energiestrategie 2030 vom MUGV durchgeführt, welche landwirtschaftlichen Betrieben mit Biogasanlage eine kostenfreie Beratung ermöglicht. Zur Durchführung wurden Gerd Hampel und Martin Schulze als externe Berater beauftragt. Beide sind seit vielen Jahren in der Branche aktiv und versierte Bioenergieberater mit einem großen Erfahrungsvorrat. Hampel und Schulze werden für ca. 50 Anlagen eine initiale Vor-Ort-Beratung durchühren und für weitere 5-10 repräsentative Standorte konkrete Maßnahmen entwickeln. Das Projekt wird Ende 2014 abgeschlossen. Interessierte Landwirtschaftsbetriebe können sich an die Berater oder die Geschäftstelle der ETI wenden.

Neuigkeiten im Bauplanungsrecht für Biogasanlagen wie die Entkopplung privilegierter Anlagen von der Feuerungswärmeleistung stellte Jörg Finkeldei, als Vertreter des Ministeriums für Infratstruktur und Landwirtschaft vor. Die aktuellen Bestimmungen der novellierten Bundesimissionsschutzverordnung mit Biogasanlagen als zentralem Genehmigungstatbestand erläuterte Dr. Karl-Heinz Grütte vom MUGV.

Sicherheit spielt bei den zunehmend komplexen Biogasanlagen eineausschlaggebende Rolle. Jürgen Talke vom TÜV Pfalz erklärte anschaulich die systematiserte Gefahrenanalyse.

Immer mehr Biogasanlagen vermarkten den erzeugten Strom direkt. Dabei ist es von Vorteil, wenn mehrere Anlagen dies im Rahmen eines "Pools" machen, um beispielsweise auch Regelenergie anbieten zu können, die eingesetzt wird um schwankende Einspeisungen aus Wind und Solaranlagen auszugleichen. Manfred Gegner, Regionalgruppensprecher vom Fachverband Biogas, erklärte Aufgaben und Herausforderungen der Arbeit eines Poolmanagers. Der Fachverband wird aufgrund der hohen Nachfrage zeitnah einen Arbeitskreis "Vermarktung" einrichten.

Biogasanlagen erzeugen in ihren Blockheizkraftwerken nicht nur Strom, sondern auch große Mengen Wärme. Diese wird häufig nur unzureichend genutzt, so daß der Wirkungsgrad der Anlagen niedrig ist. Die Regionale Planungsgemeinschaft Havelland-Fläming hat gemeinsam mit dem ATB ein Tool entwickelt, welches förderfähige Nahwärmenetze in der Planungsregion identifiziert. Rober Riechel von der Regionalen Planungsstelle stellte die Ergebnisse vor: 9 Anlagen in der Region könnten mit einem Nahwärmenetz erweitert werden und über 500 Haushalte mit erneuerbarer Wärme versorgen.

Zu den elegantesten Lösungen der Flexibiliersung zählt die Einspeisung von Biogas in das Erdgasnetz. Dr. Jens Horn, Geschäftsführer der EMB Energie Mark Brandenburg GmbH, stellte zwei Bioerdgasprojekte vor, an denen sich das Unternehmen in der Mark beteiligt. Die Anlagen in Neudorf und Rathenow produzieren mehr als 1200 m³ Bioerdgas pro Stunde, welches durch das Erdgasnetz ortsunabhängig verschiedenen Nutzungen zugeführt werden kann.

In den Pausen konnten sich die Teilnehmer der Fachatgung Biogas in der Begleitausstellung zu Themen wie Direktvermarktung und Anlagensicherheit informieren.

Die Vorträge finden Sie hier.

Arbeitsgruppensitzung am 25.04.2013 in Nauen

AG Biogas in Nauen (Quelle: ETI)

Sitzung der ETI-Arbeitsgruppe Biogas

Effizienzsteigerung von Biogasanlagen

Die Effizienzsteigerung von Bestandsanlagen ist ein wichtiger Baustein der Energiewende in Brandenburg. Der Ausstieg aus der reinen BHKW-Verstromung ist seit der EEG-Novelle Pflicht. Der Betreiber steht vor einer Vielzahl von Optionen, an welchen Stellen des Prozesses er mehr Energie aus der gleichen Menge Biomasse erzeugen könnte. Neben der Wärmenutzung im BHKW gibt es auch andere Möglichkeiten wie die Biomethanerzeugung, Lastmanagement oder Nachverstromung durch ORC (Organic Rankine Cycle). Die Veranstaltung zeigte Methoden und Lösungen zur Optimierung von bestehenden Biogasanlagen in Brandenburg:

Herr Doldzhev von der TW Biogas Betreuungs GmbH berichtete von der Anlage Trechwitz, welche zur Abwärmenutzung mit einem ORC-Modul ausgestattet wurde. Diese Option ist vor allem interessant, wenn keine anderen Wärmesenken zur Verfügung stehen, oder um die Wärmenutzung in den Sommermonaten zu erhöhen.

Die UGN Umwelttechnik GmbH bietet ein patentiertes Verfahren, um insbesondere Schwefelverbindungen aus dem Rohbiogas zu entfernen. Geschäftsführer Herbert Zölsmann empfahl eine Behältertrennung, um den aeroben Prozess zum Schwefelabbau vom anaeroben Prozess der Methanbildung zu trennen. Im Aerobbehälter werden Pellets als Besiedlungsfläche angeboten.

Frau Semra Mustafa und Herr Dieter Drews von der TÜV Rheinland GmbH erläuterten anschaulich, wie durch Sicherheitsprüfungen einer Anlage gleichzeitig die Effizienz gesteigert werden kann: neben der Verhinderung von Methanverlusten durch Dichtigkeitsuntersuchungen, dient vor allem die sicherheitsrelevante Prüfung der Arbeitsprozesse einer analytischen Auseinandersetzung und Optimierung des Verfahrens.

Die Biogasanlage Neukammer wurde von Jan Köneke - dem Prokuristen der mdp GmbH vorgestellt. Das Projekt zeigt anschaulich die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten vom Biogas. Am Standort sind derzeit zwei Anlagen in Betrieb. Die erste Anlage erzeugt in Kraft-Wärme-Kopplung neben Strom auch Heizenergie für die nahegelegenen Havellandkliniken, die über ein Nahwärmenetz versorgt werden. Die zweite Anlage ist mit einer Biogasaufbereitung ausgerüstet und erzeugt Bioerdgas welches vor Ort ins Netz eingespeist wird.

Die Agro-Farm GmbH Nauen ist der Agrarpartner von mdp: gemeinsam betreiben sie die Anlagen in Neukammer. Mathias Jung erläuterte die Nutzung von Rübenmus als alternatives Biogassubstrat. Die Kultur bietet Vorteile im landwirtschaftlichen Betriebsablauf und verfügt über eine konkurrenzfähige Methanbildungsrate gegenüber der Maissilage.

Die Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg speist das in Neukammer erzeugte Biomethan in das Erdgasnetz ein. Daniel Richter erläuterte den technischen Aufbau der Einspeisungsanlage.

Im Anschluss an die Vorträge fand eine Besichtigung der Biogasanlagen in Neukammer statt. Dabei konnten die Besucher die Rohbiogaserzeugung, die Bioerdgaseinspeisung, Fütterung und die Erdbecken zur Lagerung des Rübenmuses sehen.

Programm

Vorträge:

ORC in Biogasanlagen
Radko Doldzhev, TW Biogas Betreuungs GmbH

Störstoffe im Biogas
Herbert Zölsmann, UGN Umwelttechnik GmbH

Effizienzsteigerung durch Anlagenprüfung
Semra Mustafa & Dieter Drews, TÜV Rheinland GmbH

Biogasanlage Neukammer
Jan Köneke, mdp GmbH

Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung aus landwirtschaftlicher Persepektive
Mathias Jung, Agro-Farm GmbH Nauen

Einspeisung von Biomethan in das Erdgasnetz
Daniel Richter, NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg

 

Arbeitsgruppensitzung am 21.11.2012 in Potsdam

Sitzung der ETI-Arbeitsgruppe Biogas

Biogas - Technik und Vermarktung im Zeichen der Energiewende

Technische Herausforderungen und Vermarktungsmodelle für Biogas wandeln sich unter den Bedingungen der deutschen Energiewende radikal.

Biogasanlagen sollen flexibler werden, um volatile Energieträger ausgleichen zu können. Biomethan soll einerseits fossiles Erdgas ersetzen und anderseits als Speicher dienen. Kommunale Konzepte für die Biogasnutzung finden zunehmendes Interesse.

Die Arbeitsgruppensitzung thematisiert neue Anlagenkonzepte für Brandenburg, die sich aus dem Wandel der Energiepolitik ergeben.

Programm

Vorträge:

Arbeitsgruppensitzung am 22.05.2012 in Rathenow

Sitzung der ETI-Arbeitsgruppe Biogas

Herausforderung Energiewende – Effizienzsteigerung, Direktvermarktung und Systemintegration von Biogasanlagen

Im Jahr 2011 trugen Erneuerbare Energien mit mehr als 20% zur Stromerzeugung in Deutschland bei. Dabei weisen die Energieträger Wind und Sonne witterungsbedingt eine hohe Volatilität auf, so daß es zu starken Schwankungen bei der Einspeisung kommt. Diese Schwankungen beeinträchtigen einerseits die Netzstabilität und anderseits muss die Energiewirtschaft entsprechende Reservekapazitäten im fossilen Bereich bereithalten. Biogasanlagen sind in der Lage die Stromeinspeisung zu steuern und an den Bedarf anzupassen oder Überschüsse in Form von Biomethan zu speichern, was Sie zu einem unerlässlichen Partner bei der Entwicklung eines nachhaltigen Energiesystems macht. Anlässlich der ETI-Arbeitsgruppensitzung Biogas werden praxisnahe Ansätze zu Direktvermarktung, Wärmenutzung und Systemintegration vorgestellt.

Programm

Vorträge

Physikalische Aufbereitung von Biomethan
Bernd E. Meyer, Die Energiegesellschaft mbH & Co. KG

Direktvermarktung von Strom aus Biogasanlagen
Michael Koenig, Energy2market GmbH

Wärmenutzung in Biogasanlagen
Dr. Matthias Plöchl, BioenergieBeratungBornim GmbH - B³

GreenGas-Anlage Rathenow
Ilona Paulick, ALENSYS Engineering GmbH

Workshop am 03.06.2011 in Paaren/Glien

Vierte aktualisierte Auflage des Leitfadens Biogas auf der Brandenburgischen Landwirtschaftsausstellung vorgestellt

Biogas gehört zu den tragenden Säulen der Biomassestrategie des Landes Brandenburg. Bereits seit Jahren berät der "Leitfaden Biogas" Landwirte und Investoren umfassend zu allen Fragen rund um die Nutzung von Biogas. Der Leitfaden gilt als eines der besten Kompendien zu diesem Thema in Deutschland. Seit Beginn dieses Jahres wurde der Leitfaden einer umfassenden Revision und Aktualisierung unterzogen. Federführung hatte hierbei Dr. Matthias Plöchl von der BioenergieBeratungBornim GmbH (B3). Unterstützt wurde er von Experten des Leibniz-Instituts für Agrartechnik Potsdam-Bornim, der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, dem Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, dem Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung sowie der KTG Biogas AG. Die Einbeziehung von Fachwissen aus den verschiedenen Bereichen stellt die erneut hohe Qualität des Leitfadens sicher. Die Brandenburgische Energie Technologie Initiative ETI präsentierte die neue Broschüre gemeinsam mit dem Fachverband Biogas sowie dem Landesbauernverband Brandenburg erstmals auf einem Workshop am 3. Juni 2011 während der Brandenburger Landwirtschaftsausstellung. Neben der Präsentation des Biogasleitfadens gab es eine lebhafte und zum Teil sehr kontroverse Podiumsdiskussion zu aktuellen Fragen der Bioenergie, Themen waren: die Novellierung des EEG und die Folgen für die Bioenergie die Rolle von Biogas in der Biomassestrategie des Landes die weitere Entwicklung der Biogasbranche in Brandenburg Die Diskussionsteilnehmer kamen aus einem breiten interessierten Spektrum; so waren neben Landespolitikern Vertreter der Ministerien des Landes für Umwelt und Landwirtschaft, des Fachverbandes Biogas, des Landesbauernverbandes sowie weitere Biogasexperten und Landwirte beteiligt. Im Fokus der kritischen Bemerkungen stand der Referentenentwurf zum EEG 2012, der nach Meinung von Experten zahlreiche Ungereimtheiten aufweist. Die Kritik richtete sich gegen die vorgeschlagenen Änderungen in der Vergütungsstruktur, die rückwirkende Benachteiligung von Altanlagen und den vorgesehenen Mindestwärmenutzungsgrad von 60 %. Scharf kritisiert wurde auch, dass die vorgeschlagenen Vergütungssätze vor allem Großanlagen bevorzugen, was dezentrale, standortangepasste und von der Bevölkerung akzeptierte Biogasanlagen konterkariert. Einig waren sich alle Diskussionsteilnehmer in der Forderung, dass die Novellierung nicht das Vertrauen in die Verlässlichkeit des EEG untergraben darf. Investitionssicherheit und die Finanzierung von Projekten, die langfristig stabile Rahmenbedingungen brauchen, dürfen nicht beeinträchtigt werden. Das gelte besonders für die zahlreichen Verordnungsermächtigungen im Referentenentwurf, die dem Bundesumweltministerium freie Hand geben würden, maßgebliche Bestimmungen unter Umgehung des Bundestages zu ändern. Der Appell an die Politik lautete daher: Das neue EEG soll Investitionen in eine nachhaltige Biogaserzeugung nicht bremsen, sondern im Gegenteil Anreize für Investoren schaffen, Innovationen und Effektivitätssteigerung fördern und nicht zuletzt die regionale Wertschöpfung stärken.

5. Fachtagung Biogas am 20.10.2010 in Potsdam

5. Fachtagung Biogas

Regionale Wertschöpfung im Dialog mit Nachhaltigkeit und Klimaschutz

Die Fachtagung Biogas, die in diesem Jahr bereits zum fünften Mal stattfindet, repräsentiert eine boomende Branche in Brandenburg.

Die Nutzung der Biomasse als Ersatz fossiler Energieträger dient dem Klimaschutz durch Verringerung der Emission von Treibhausgasen und leistet einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Wertschöpfung im ländlichen Raum.

Biogasanlagen sind zu einem wichtigen Baustein regionaler Kreislaufwirtschaft und für die Etablierung dezentraler Lösungen klimafreundlicher Energieversorgung geworden.

Die Biogasbranche zeichnet sich durch enorme technologische Fortschritte aus, die Grundlage für vielfältiger werdende Möglichkeiten der regionalen Wertschöpfung sind. Die energetische Verwertung landwirtschaftlicher Reststoffe zur Einspeisung von Strom als zweites Standbein für die Einkünfte von Landwirten ist durch die Nutzung der Vorteile der Kraft-Wärme-Kopplung bereichert worden. Biogasanlagen als Wärmelieferanten für kommunale Netze und gewerbliche Kunden sind stark im Kommen. Gleiches gilt für die Einspeisung von Biomethan in Erdgasnetze.

Die Suche nach neuen Wegen der nachhaltigen Biomasseerzeugung fördert Innovationen, die zur Erhaltung der Biodiversität und der Bodenfruchtbarkeit beitragen.

Die Fachtagung Biogas findet daher unter der aktuell viel diskutierten Thematik "Regionale Wertschöpfung im Dialog mit Nachhaltigkeit und Klimaschutz" statt.

Programm

Die Vorträge zum Download:

10:30 Neue Entwicklungen in der Biogastechnologie
Prof. Dr. Bernd Linke, Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam - Bornim e.V. (ATB)

11:00 Uhr Chancen und besondere Effekte der zweistufigen Biogastechnologie
Prof. Dr. Günter Busch, BTU Cottbus, Fak. IV Umweltwissenschaften und Verfahrenstechnik

11:30 Uhr Gärprodukte aus Biogasanlagen in der pflanzenbaulichen Verwertung - Potenziale und Perspektiven
Prof. Dr. agr. habil. Frank Ellmer, HU Berlin, Dekan Landwirtschaftlich - Gärtnerische Fakultät und Vorstandsvorsitzender der ASP

13:00 Uhr Neue Wege bei der Biomasseerzeugung: Neophyten als Energiepflanzen
Werner Kuhn, Bayrische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Veitshöchheim

13:30 Uhr Effizient betriebene kleinere Biogasanlagen – nützen dem Landwirt und schützen das Klima!
Manfred Gegner, Fachverband Biogas, Regionalgruppe Berlin-Brandenburg

14:00 Uhr Vom Landwirt zum Tankwirt – Erfahrungen eines Gastankstellen-Betreibers
Horst Seide, Präsidiumsmitglied des Fachverbandes Biogas, Anlagenbetreiber

Arbeitsgruppensitzung am 08.12.2009 in Potsdam-Bornim

Biogas hat sich in den letzten Jahren zu einer boomenden Branche mit großem Wachstumspotenzial entwickelt. Biogasanlagen sind zu einem unverzichtbaren Baustein nachhaltiger regionaler Kreislaufwirtschaft und für die Etablierung dezentraler Energieversorgungslösungen geworden. Die ökologischen Vorteile der Nutzung von klimafreundlichen Varianten der Energieversorgung auf Basis von Biogas sind unumstritten. Dank der technologischen Fortschritte wachsen auch die ökonomischen Vorteile, die Angebote werden innovativer und vielseitiger.

Dennoch ist der weitere Ausbau der Nutzung von Biogas kein Selbstläufer. Erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung braucht Investitions- und Planungssicherheit durch verlässliche Rahmenbedingungen der Politik.

Die Arbeitsgruppe Biogas und die 56 Teilnehmer der Tagung haben deshalb am 8. Dezember 2009 vor allem über die interessante Frage diskutiert, wie die Entwicklung der Branche nach den Wahlen in Bund und Land weiter verlaufen wird und welche Weichenstellungen eventuell notwendig sind, um auch künftig erfolgreich zu sein.

Hier finden Sie das Programm und 2 der Vorträge zum Herunterladen:

Bei der anschließenden Tagung der Regionalgruppe Berlin-Brandenburg des Fachverbandes Biogas ging es um Organisatorisches und wichtige Fachfragen. Volker Schulze, Regionalreferent Ost, stellte "Aktuelles aus Präsidium und Geschäftsstelle" vor.

Arbeitsgruppensitzung am 23.04.2009 in Ketzin

Sitzung der ETI-Arbeitsgruppe Biogas

Biogasaufbereitung auf Erdgasqualität – Erfahrungen und Potenziale

Vor über einem Jahr wurde in Folge der Meseberger Beschlüsse der Bundesregierung die Gasnetzzugangsverordnung novelliert. Mit dieser Gesetzesnovelle und der Anfang dieses Jahres in Kraft getretenen EEG-Novelle sollten die Weichen für eine Verbreitung der Biogasaufbereitung auf Erdgasqualität und zur Einspeisung des Bioerdgases ins Erdgasnetz gestellt werden. Bisher blieb der Boom an Gasaufbereitungsanlagen allerdings aus.

Die Arbeitsgruppensitzung beleuchtete den Stand der Biogasaufbereitung in Brandenburg und Deutschland infolge der neuen Gesetzgebung.

Zudem gab es die Gelegenheit, die erste Brandenburger Aufbereitungsanlage der E.ON edisnatur GmbH in Ketzin zu besichtigen. Hier werden bereits seit letztem Jahr ca. 400 Nm³/h Bioerdgas ins Netz der NBB eingespeist und an anderer Stelle in Strom und Wärme umgewandelt. In Fachgesprächen wurden der Stand der Technik und Erfahrungen aus Anlagenplanung und Betrieb diskutiert.

In diesem Jahr nahmen 65 Interessierte an der Sitzung teil.

Programm

Die Vorträge zum Download:

Begrüßung, Biogasaufbereitung in Brandenburg und Deutschland: Status Quo (Tanja Kenkmann, ETI)

Rechtliche Grundlagen für Aufbereitung und Einspeisung: EEG, Gasnetzzugangsverordnung u.a. (Lars Klinkmüller, Fachverband Biogas, AG Gaseinspeisung)

Biogaseinspeisung – Potenziale, Verfahren, Technologien - Ausführungsbeispiel PSA-Verfahren BGA Ketzin (Dr. Alfons Schulte-Schulze Berndt, Carbotech Engineering GmbH)

Biogasaufbereitung und Einspeisung – Erfahrungen aus der Anlagenplanung (Ilona Paulick / André Bagganz, Alensys Engineering GmbH, Erkner)

Funktion der Ketziner Gaseinspeisestation (Bernd Grönke, NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg mbH & Co. KG)

Die ETI wird finanziert aus Mitteln des Ministeriums für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg und der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam.