Arbeitsgruppenleiter: Dieter Sasse, ETI
Mit den gegenwärtig verfügbaren Technologien können 20 Prozent des Energieverbrauchs in der Industrie eingespart werden. Energieeffizienz ist ein wichtiger Bestandteil politischer Zielsetzungen des Bundes und der Länder. Die ETI hat frühzeitig in der AG „Energieintensive Produktionstechnologien“ Effizienz- und Einsparpotenziale untersucht. Nun soll diese AG in ihren Inhalten an die heutigen Gegebenheiten angepasst und unter dem Titel „Energieeffizienz“ fortgeführt werden.
Ziel der Arbeitsgruppe ist die Erhöhung der Energieeffizienz sowohl im verarbeitenden Gewerbe als auch in anderen Unternehmen, z. B. aus dem Gastgewerbe, der Ernährungswirtschaft oder aus der Branche Transport und Logistik. Die Arbeitsgruppe vereint Energieberater aus Unternehmen und Ingenieurbüros, Energiedienstleister, aber auch Entwickler, Wissenschaftler und Vertreter der Behörden. Sie dient der Vermittlung von Erfahrung und Wissen sowie dem Austausch und der Entwicklung innovativer Energieeffizienztechnologien.
Die ETI führt zum Beispiel im Rahmen der Mittelstandsinitiative Energieeffizienz zahlreiche Informationsveranstaltungen für Unternehmen zum Thema Energieeffizienz durch und informiert über Fördermöglichkeiten.
Interessenten sind sehr willkommen.
Das Internet-Portal www.meine-energie.de unterstützt Unternehmen dabei, die Chancen des Energiemarktes optimal zu nutzen. Denn der Schlüssel zum günstigeren Strombezug liegt nicht in der abgenommenen Menge. Nur wer die Verbrauchssituation im Unternehmen genau kennt, kann mit seinem Energielieferanten verhandeln oder einen günstigeren Lieferanten identifizieren und so seine Energiekosten nachhaltig senken.
Die Plattform will Unternehmen anregen, bei der Beschaffung von Energie selbst aktiv zu werden. Mit einem individuellen Energiekonto wird Transparenz über das eigene Verbrauchsverhalten geschaffen und das Unternehmen aktiv dabei unterstützt, das Angebot zu finden, das zu den individuellen Gegebenheiten passt. Mit dem sog. Energie-Controlling werden die Lastgänge einzelner Standorte, Messstellen oder Verbraucher detailliert erfasst und können so überwacht, analysiert und gegen die entsprechenden Vertragskonditionen abgeglichen werden. Auf diese Weise wird sofort sichtbar, ob die einzelnen Verbräuche im Rahmen liegen oder Optimierungspotentiale erkennbar sind. Auch ein Vergleich mit anderen Unternehmen derselben Branche ist möglich, um so herauszufinden, ob Verbrauch und Kosten normal sind. Zielgruppe des Portals sind Unternehmen, deren Verbrauch bei mehr als 100 MWh im Jahr liegt.
Die „Verordnung über die Versteigerung von Emissionsberechtigungen nach dem Zuteilungsgesetz 2012“ (Emissionshandels-Versteigerungsverordnung 2012 – EHVV 2012) ist am 23. Juli 2009 in Kraft getreten. Damit werden insbesondere von 2010 bis 2012 jährlich rund die 40 Mio. Zertifikate versteigert, die den Stromversorgern nicht kostenlos zugeteilt werden. Die zuständige Börse wird noch nach Ausschreibung bestimmt. Die zuständige behördliche Stelle ist die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt).
Ab 2010 bis 2012 ist ein Einheitspreisverfahren mit wöchentlicher Versteigerung von 870.000 Zertifikaten vorgesehen. Dabei soll nicht staatlich eingegriffen werden; d. h. es wird weder eine Preisuntergrenze noch eine Preisobergrenze gesetzt. Auch andere EU-Mitgliedstaaten können die deutsche Plattform, die zurzeit ausgeschrieben wird, nutzen. Es wird innerhalb der EU mehrere Plattformen geben, d. h. keine zentrale Versteigerung durch die EU-Kommission.