In der landwirtschaftlichen und agrartechnischen Forschung spielen seit Jahren Kurzumtriebs- oder Schnellwuchsplantagen aus Pappeln oder Weiden eine wachsende Rolle. Da der Rohstoff Holz aus Wäldern deutschland- und europaweit knapp ist bzw. werden wird, ist die alternative Holzproduktion auf landwirtschaftlichen Flächen in Plantagen eine interessante Option. Forschungsbedarf besteht hinsichtlich der pflanzenbaulichen Aspekte (Anbau, Arten-/Sortenwahl, Erträge) aber auch hinsichtlich der Technik für Pflanzung, Pflege und Ernte.
Die Anlage von Kurzumtriebsplantagen, in Frage kommen Weide, Pappel oder auch Robinie, erfolgt durch das Pflanzen von Stecklingen. Die Stecklinge können ca. 20 cm lang und unbewurzelt oder länger und bewurzelt sein. In trockenen Jahren ist ohne Bewässerung die Gefahr groß, dass die frisch gepflanzten Stecklinge nicht anwachsen sondern vertrocknen.
Nach vier bis fünf Jahren und entsprechender Pflege können die jungen Bäume erstmals geerntet werden. Aus den Wurzelstöcken treiben die Pflanzen dann erneut aus und können regelmäßig alle vier bis fünf Jahren geerntet werden.
In Brandenburg wurden bisher hauptsächlich auf Bergbaukippenflächen in der Lausitz größere (> 100 ha) Schnellwuchsplantagen angelegt. Daneben gibt es zahlreiche kleinere (< 10 ha) Flächen auch in den übrigen Landesteilen.
Vom Forschungsinstitut für Bergbaufolgelandschaften (FIB) e.V. in Finsterwalde wurde 2007 ein Erzeugerhandbuch für Schnellwuchsplantagen erstellt, welches gegen eine Schutzgebühr dort bezogen werden kann.
Die ETI war in der Vergangenheit Antragsteller und Koordinator aber auch Partner zahlreicher EU-, Bundes- und Landesprojekte zur Bestimmung und Entwicklung des Biomassepotenzials in Brandenburg und zur Entschärfung des Konfliktes zwischen stofflicher und energetischer Nutzung von Biomasse. Eines der Projekte ist das EU-INTERREG III B-Projekt "Baltic Biomass Network" mit Partnern aus Finnland, Estland, Litauen, Lettland, Polen und Deutschland zur Erfassung von Biomassepotentialenin den Partnerländern. Die Ergebnisse des Projektes dienen als Entscheidungshilfe für Investoren und Politik. Die Abschlussbroschüre des Projektes vom Dezember 2007 kann bei der ETI kostenlos bestellt werden.
Weitere Projekte: DENDROM Zukunftsrohstoff Dendromasse