Biogas in Brandenburg

Biogas entsteht bei der anaerob (d.h. unter Ausschluss von Sauerstoff) stattfindenden Vergärung von organischem Material. Als Ausgangsmaterial können dabei organische Reststoffe wie Bioabfälle oder Klärschlämme aber auch landwirtschaftliche Stoffe wie Gülle und Mist oder speziell angebaute Energiepflanzen eingesetzt werden.

Mit der Festlegung einer erhöhten Einspeisevergütung für aus Biomasse erzeugten Strom in der Novelle des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) 2004 gab es in Brandenburg und ganz Deutschland einen Boom bei der Errichtung von Biogasanlagen, der vorerst 2011 / 2012 seinen Höhepunkt erreichte. Vor allem die Zahl der landwirtschaftlichen Biogasanlagen, die speziell angebaute nachwachsende Rohstoffe zur Gasproduktion nutzen, nahm stark zu. Die steigenden Weltmarktpreise für Agrarrohstoffe brachten den Biogas-Boom in der zweiten Hälfte des Jahres 2007 zunächst zum Erliegen. Anfang 2013 waren in Brandenburg 388 Biogasanlagen mit 208 MW installierter elektrischer Leistung in Betrieb. Die Zukunft der Biogasanlagen wird in flexiblen Kozepten liegen, welche Regelenergie bereitstellen.

Biogas

Brandenburg weist auf Grund seines landwirtschaftlichen Charakters gute Voraussetzungen für die Produktion von Biomasse auf. Allerdings limitieren leichte Böden und geringe Niederschläge die Flächenerträge. Daher wird intensiv an angepassten Feldfrüchten und optimierten Fruchtfolgen geforscht.

In den allermeisten bestehenden Anlagen wird das Biogas über Blockheizkraftwerke verstromt und der Strom in das Stromverteilungsnetz eingespeist. Die bei der Verstromung produzierte Wärme bleibt zu einem großen Teil ungenutzt. Aufgrund der ländlichen Struktur und fehlender Industrie gibt es an Biogasstandorten in den meisten Fällen keine Möglichkeit zur Wärmenutzung. Dies verschlechtert sowohl die wirtschaftliche als auch die energetische Bilanz der Anlagen.

Biogasaufbereitung und -einspeisung

In Rathenow im Havelland ist, gefördert vom Land Brandenburg, 2009 eine der ersten Biogasanlagen Deutschlands in die Produktion gegangen, in der das Biogas auf Erdgasqualität aufbereitet wird. Das produzierte Bio-Erdgas wird in das Erdgasnetz eingespeist. Bauherr der Anlage ist die GreenGas Produktionsanlage Rathenow GmbH & Co. KG, deren Gesellschafter der Projektentwickler bpg, ein Unternehmen der ALENSYS-Gruppe, und der Erdgasversorger EMB sind.

Die ETI hat über die Biogas-Initiative des Landes Brandenburg seit Beginn des neuen Jahrtausends in Kooperation mit dem Brandenburgischen Ministerium für ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz MLUV, mit den Landesbauernverband, Forschungseinrichtungen und Unternehmen über Jahre hinweg den Ausbau und die Technologieentwicklung in der Biogasbranche vorangetrieben.

Durch die ETI-Arbeitsgruppe Biogas wurde in den vergangenen Jahren zahlreiche Pilto- und Leitprojekte initiiert und begleitet. Die ETI ist außerdem Herausgeber des Biogasleitfadens Brandenburg.

 

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Die ETI wird finanziert aus Mitteln des Ministeriums für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg und der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam.