Biomassevergasung

Bei der Vergasung wird feste Biomasse bei hohen Temperaturen fast vollständig in ein brennbares Gas umgewandelt. Die organischen Stoffe der Biomasse werden unter Zuführung eines sauerstoffhaltigen Vergasungsmittels in brennbare Verbindungen aufgespalten und der zurückbleibende Kohlenstoff wird zu CO teilverbrannt. Für die Biomassevergasung ist eine erhebliche Menge Prozesswärme erforderlich, die durch Verbrennung eines Teils der eingesetzten Biomasse zur Verfügung gestellt wird.

Die Verfahren der Biomassevergasung sind bisher noch nicht großtechnisch verfügbar. In den vergangenen Jahren sind eine ganze Reihe von Vergasungstechnologien neu bzw. weiter entwickelt worden. Dabei wird an Verfahren folgender Kategorien gearbeitet:

  • Festbrennvergasung
  • Wirbelschichtvergasung
  • Flugstromvergasung
  • Mehrstufige bzw. kombinierte Verfahren

Das produzierte Brenngas kann in Brennern zur Wärmerzeugung, in Gasmotoren (Blockheizkraftwerken) zur kombinierten Wärme- und Stromproduktion eingesetzt werden oder über chemische Verfahren wie z. B. die Fischer-Tropsch-Synthese zu einem flüssigen Kraftstoff umgewandelt werden.

Die Vergasung von Biomasse und anschließende Verbrennung in BHKW stellt eine interessante Alternative zur herkömmlichen Biomasseverbrennung in Heizkraftwerken dar. Grund sind die realisierbaren hohen Wirkungsgrade bezogen auf die bereitgestellte Elektroenergie und die zu erwartenden geringeren prozessbezogenen Emissionen.

Hauptproblem der Biomassevergasung sind unzureichende Gasqualitäten, insbesondere der hohe Gehalt an Teeren und Staub, die zu unzureichenden Laufzeiten der Anlagen führen.

An Technologien zur Biomassevergasung wird intensiv geforscht. Zahlreiche kleintechnische Verfahren bis 1 MWth sind entweder in der Entwicklung oder bereits in Betrieb. Ein Beispiel ist die indische ANKUR-Holzvergasungsanlage im südbrandenburgischen Sonnewalde mit 500 kWth.

Rohstoff für die Biomassevergasung ist bisher oft Holz (Hackschnitzel in definierter Größe und Wassergehalt), aber theoretisch sind alle stückigen Biomassen zu vergasen. In Frage kommen insbesondere Stroh, organische Reststoffe und sogar Abfall(kunst-)stoffe.

Die ETI unterstützt die Markteinführung von Holz- und Biomassevergasungstechnologie in Brandenburg und führt regelmäßig Fachveranstaltungen und/oder Anlagenbesichtigungen dazu durch.

Die ETI wird finanziert aus Mitteln des Ministeriums für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg und der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam.