13. Brandenburger Energietag am 15.09.2011 (BTU Cottbus)

Das zentrale Thema beim diesjährigen Energietag auf dem Gelände der Brandenburgisch Technischen Universität (BTU) war die Brandenburger Energiestrategie im Spannungsfeld von Klimaverträglichkeit, Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Akzeptanz.

"Dieses Motto reflektiert das energiepolitische Zielviereck, das wir in der Energiestrategie 2030 verankern wollen. Ebenso  stellen wir uns der Herausforderung, die Energiestrategie vor dem Hintergrund der in der letzten Zeit gefassten Beschlüsse in der Energiepolitik weiter zu entwickeln“, sagte  Wirtschafts- und Europaminister Ralf Christoffers zur Eröffnung des Energietages.

Er hob hervor, dass die Braunkohle für den Übergang zur vollständigen Versorgung aus Erneuerbaren Energien eine wichtige Option sei.  „Solange der Strom nicht versorgungssicher und zu international wettbewerbsfähigen Preisen aus Wind, Sonne und Biogas erzeugt werden kann, ist die Braunkohle zur Sicherung der Grundlast notwendig. Nur so wird es gelingen, die Übergangszeit wirtschaftlich, preisstabil und sozial verantwortlich zu gestalten. Die Zukunft der Braunkohleverstromung ist also auch abhängig vom Tempo der Energiewende“, sagte Minister Christoffers. Er kündigte an, dass die Landesregierung die Forschung bei der Entwicklung moderner, effizienter und klimaschonender Kraftwerkstechnik unterstützen werde. Neue Braunkohlekraftwerke könnten nur dann gebaut werden, wenn ihr CO2 Ausstoß drastisch reduziert werden könne. Die Forschung zur stofflichen Verwertung CO2 (CCU) sollte beschleunigt und mit CCS gekoppelt werden.

Minister Christoffers bezifferte den Investitionsbedarf für den Netzausbau im Niederspannungs- und Mittelspannungsbereich mit 134 Mio. Euro bis 2020. Brandenburg werde sich erneut mit einer Bundesratsinitiative für eine gerechte Umlage der Kosten des Ausbaus im 110-kV-Netz stark machen. Ein finanzieller und strukturpolitischer Ausgleich der Nachteile für die vom Netzausbau betroffenen Gemeinden und Bürger soll zur Erhöhung der Akzeptanz beitragen.

Prof. Reinhard Hüttl erläuterte in seinem Beitrag die Empfehlungen der Ethikkommission zur künftigen Energiepolitik der Bundesregierung und die Rolle des Cluster Energietechnik Berlin-Brandenburg für die Bündelung der Kompetenzen in der Hauptstadtregion.

Matthias Petschke, Leiter der Vertretung der EU-Kommission, überbrachte die Grüße von EU-Kommissar Günter Oettinger und verwies auf die laufende Vorbereitung der Energieroadmap 2050, in der die neuen Ziele der europäischen Energiepolitik fixiert werden.

Am Mittag übergab der Minister die Preise an die Gewinner des Malwettbewerbs „Energie der Zukunft“, den die Brandenburgische Energie Technologie Initiative (ETI) im März 2011 für Brandenburger Schüler ausgeschrieben hatte. 333 Mädchen und Jungen im Alter von 6 bis 15 Jahren aus 18 Schulen hatten sich mit bunten und phantasievollen Bildern daran beteiligt.

Die Jury, der u. a. Vertreter der Energie Mark Brandenburg GmbH und des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung angehörten,  hat die jeweils besten Arbeiten ausgewählt. Die Gewinner erhielten attraktive Preise wie z. B. Gutscheine für den Besuch des Extaviums (dem früheren Exploratorium) und des Abenteuerparks Potsdam sowie mehrere Experimentierkästen für erneuerbare Energien.

In den Fachforen am Nachmittag wurden die aktuellen Herausforderungen der Energiebranche in Brandenburg behandelt: Netzintegration erneuerbarer Energien, Beitrag innovativer Gas- und Kohlekraftwerke zu Versorgungssicherheit und Netzstabilität, Speichertechnologien und die gewachsene Rolle dezentraler Systeme der Energieversorgung und des Verbrauchs. Durch alle Foren zog sich die übergreifende Forderung nach Steigerung der Energieeffizienz als wesentliche Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum in Brandenburg.

Mit über 400 Teilnehmern aus wissenschaftlichen Institutionen, Unternehmen der Energiewirtschaft, Kommunen und Verbänden war auch in diesem Jahr eine hohe Beteiligung zu verzeichnen. Gleiches galt für die begleitende Fachausstellung, die von innovativen KMU dominiert wurde.

Programmflyer Energietag 2011

Die Präsentationen des Energietages 2011 zum Herunterladen:

Plenum:

Jochen Hauff, A. T. Kearney GmbH

Forum I  - Netzintegration Erneuerbarer Energien

         René Eggemeyer, Bundesverband WindEnergie e.V.

    Forum II - Inovative Gas- und Kohlekraftwerke

    Forum III - Dezentrale Energieversorungssysteme und Speichertechnologien

    Forum IV - Energieeffizienz

     

     

    Die ETI wird finanziert aus Mitteln des Ministeriums für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg und der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam.