Braunkohle

Braunkohleförderung und -nutzung in Brandenburg

Braunkohle spielt nach wie vor die vorherrschende Rolle bei der Energiegewinnung im Land Brandenburg. Im Jahr 2004 wurden 87,4 % der Primärenergie aus Braunkohle gewonnen. An der gesamten Bruttostromerzeugung hatte die Braunkohle einen Anteil von 79,3 %.

Brandenburg ist nach Nordrhein-Westfalen das bedeutendste Braunkohle-Förderland in Deutschland. Rund 23 Prozent der in Deutschland geförderten Braunkohle entfallen auf Brandenburg (2008: 39,7 Mio. Tonnen; 2006: 39,1 Mio. Tonnen). Die brandenburgischen Braunkohlefördergebiete befinden sich ausnahmslos in der Lausitz. Die in den Tagebauen Jänschwalde, Cottbus-Nord und Welzow-Süd gewonnene Braunkohle wird nahezu ausschließlich in den Kraftwerken der Region (Jänschwalde und Schwarze Pumpe) zur Verstromung eingesetzt. Mehr als die Hälfte des Lausitzer Braunkohlestroms wurde im Jahr 2006 an Kunden außerhalb Brandenburgs geliefert.

Veredelung der Rohkohle zu hochwertigen Brennstoffen

Veredelung von Braunkohle in Brandenburg, Quelle: LBGR

Die Veredlung der Rohkohle zu hochwertigen Brennstoffen wie Braunkohlenbriketts, Staubkohle und Wirbelschichtkohle erfolgt am Standort Schwarze Pumpe. Im Jahr 2008 wurden 468 kt Briketts (2005: 525,6 kt), 829 kt Staub (2005: 493,3 kt), 225 kt Wirbelschichtkohle (2005: 252,3 kt) und 5 kt Braunkohlenxylit erzeugt.

Die Braunkohle wird auf längere Sicht der einzige wettbewerbsfähige, ausreichend verfügbare heimische Energieträger bleiben und stellt damit einen wichtigen Pfeiler für eine sichere Stromversorgung im Land und darüber hinaus für ganz Deutschland dar. Im Lausitzer Revier lagern noch bis zu 12 Milliarden Tonnen hochwertiger Braunkohle. Die Gewinnung und Verstromung der Braunkohle in der Lausitz ist auch künftig für die wirtschaftliche Entwicklung und die Arbeitsplatzsicherung von Bedeutung.

Damit die Braunkohlenutzung künftig klimaverträglich erfolgen kann, werden umfangreiche Forschungsanstrengungen unternommen. Beispiele dafür sind die Forschungsprojekte zur Effizienzverbesserung des Braunkohlekraftwerksprozesses an der BTU in Cottbus, die Entwicklung und Erprobung des Oxyfuel-Verfahrens zur CO2-Abscheidung durch den Vattenfall-Konzern in Schwarze Pumpe und Jänschwalde sowie die Untersuchungen zur unterirdischen Speicherung von CO2 in Ketzin unter Leitung des GeoForschungsZentrums Potsdam. Damit bestehen optimale Voraussetzungen, dass sich die Region zu einem Kompetenzzentrum für die CO2-Abscheidung und -Lagerung entwickelt.

Die ETI kooperiert mit den genannten Versorgern und wissenschaftlichen Einrichtungen, engagiert sich im GA-Netzwerk Energiewirtschaft / Energietechnologie EWET und in der Öffentlichkeitsarbeit für neue Kraftwerkstechnologien, wie zum Beispiel CCS. Sie organisiert alljährlich in der Energieregion Lausitz den Brandenburgischen Energietag als Leistungsschau der hiesigen Energiewirtschaft, wo auch die neuesten Entwicklungen aus dem Bereich der Kohlenutzung präsentiert werden.


Die ETI wird finanziert aus Mitteln des Ministeriums für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg und der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam.