CO2-Speicherung durch Mikroalgen

Photobioreaktor, Quelle: IGV GmbH

Mikroalgen zählen zu den ältesten pflanzlichen Organismen der Erde; ihnen verdanken wir sowohl den Sauerstoff unserer Atmosphäre als auch das Erdöl, beides essentielle Grundlagen unserer Existenz. Jährlich werden weltweit ca. fünf Mio. Tonnen Algen produziert; sie nehmen mittels Photosynthese Kohlendioxid auf und sind eine hochenergetische Biomasse.

Mit Hilfe von Mikroalgen könnte man zukünftig Kohlendioxid aus Kraftwerken binden und gleichzeitig Biokraftstoff in wirtschaftlichen Größenordnungen gewinnen. In der Produktion von Biodiesel und im weltweiten Handel mit CO2-Emissions-Zertifikaten liegt eine große politische und wirtschaftliche Tragweite für die Mikroalgen-Biotechnologie, die schon mittelfristig zum Tragen kommen könnte.

Seit November 2006 besteht zwischen der Fachhochschule Lausitz und dem IGV Institut für Getreideverarbeitung GmbH in Bergholz-Rehbrücke ein Kooperationsvertrag über die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der phototrophen Biotechnologie. Die IGV GmbH, ein traditionsreiches Privatinstitut für industrienahe Forschung, kooperiert schon seit Jahren mit der FH Lausitz.

Spirulina, Quelle: IGV GmbH

Die Fachhochschule hat das Fach "Phototrophe Biotechnologie" in Ausbildung und Forschung aufgenommen und den stellvertretenden Geschäftsführer der IGV GmbH Otto Pulz zum Gastprofessor bestellt. Seither lernten mehr als 120 Bachelor- und Master-Studenten die phototrophe Biotechnologie und wirtschaftliche Nutzbarmachung von Mikroalgen kennen.
CO2 -Bindung und Klimaschutz ist eine der wichtigsten Komponenten der gemeinsamen, auf strategische Ziele hin orientierten Forschungen. An der Fachhochschule wurde aus Mitteln des Bundes und des Landes Brandenburg ein neues Laborgebäude für die Biotechnologie mit Gesamtbaukosten von rund 15 Mio. Euro errichtet, das auch die phototrophe Biotechnologie beherbergt. Hier kann seit November 2007 auf modernstem Niveau geforscht werden. Die IGV GmbH investiert 10. Mio. Euro in ein neues Technikum für praxisnahe Ausbildung und Forschung. Der erste Spatenstich für das Technikum erfolgte am 16.09.2009 in Nuthetal.

Brandenburg-Zentrum der Phototrophen Biotechnologie

Chlorella, Quelle: IGV GmbH

Das Land Brandenburg ist das Zentrum dieses dynamischen Zweiges der Biotechnologie – nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit. IGV und FH Lausitz pflegen langjährige wissenschaftliche Kooperationen mit Frankreich und Thailand. Auch mit Polen, Großbritannien, Südafrika, Singapur, Japan und Israel kooperieren sie in der studentischen Ausbildung. Beide Partner haben damit beste Startbedingungen für ihre zukünftige Zusammenarbeit.

Ein Kooperationspartner des IGV ist der Biodieselproduzent Greenfuel AG aus den USA. Dabei geht es um die wirtschaftlich attraktive biologische Fixierung von Kohlendioxid aus Industrieabgasen mittels Mikroalgen und deren Photosynthese. Sonnenergie wird in Biotreibstoff umgewandelt.

Beide Firmen verfügen über erprobte und hochentwickelte Technologien der großtechnischen Produktion von Mikroalgen. Allein das IGV kann auf mehr als 80 weltweit verkaufte Anlagen zur Produktion von Mikroalgen verweisen. 
Greenfuel verfügt über exzellentes Knowhow zur Trennung und Verarbeitung von Algen zu Energieträgern, z.B. in Biodiesel. „Emissions-to-Biofuels“ ist das Markenzeichen des Gesamtkonzeptes. Neu an dieser Strategie sind vor allem die biotechnologischen Möglichkeiten der Nutzung hochproduktiver Mikroalgen und deren innovative Verarbeitung.

Letztendlich sind Biokraftstoffe aus mit fossilem CO2 „gefütterten“ Algen nicht CO2- oder klimaneutral, da das CO2 aus der Kohle bei Verbrennung des Biokraftstoffes doch in die Atmosphäre gelangt. Aber immerhin wird der Nutzungsweg des CO2 verlängert.

Die ETI wird finanziert aus Mitteln des Ministeriums für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg und der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam.