Energieffizienz beim Warmwasser und Heizsystem

Es ist sinnvoll und üblich, das Gebäude mit all seinen Anlagen für Heizung, Brauchwassererwärmung und Raumlüftung als energetisches Gesamtsystem zu betrachten, sowohl bei der Planung als auch bei Sanierung und Modernisierung. Gesetze, Verordnungen und Normen, wie zum Beispiel die Energieeinsparverordnung EnEV, sind darauf ausgerichtet, den Energieverbrauch zu reduzieren und effizienter zu gestalten. Eine gelungene energetische Sanierung setzt eine komplexe Planung aller Maßnahmen voraus bei Gebäudehülle und Heiztechnik einschließlich Lüftung.

Brennwerttechnik

Bei der Brennwerttechnik geht es um die maximale Brennstoffnutzung, d.h. Wirkungsgrade des Kessels. Die Wärmeenergie der Abgase bei modernen Öl- und Gaskesseln wird soweit genutzt, dass die Abgastemperaturen unter 60 Grad sinken. Da der Wasserdampf im Abgas kondensiert, wird zusätzliche (latente) Kondensationswärme gewonnen. Je niedriger die Rücklauftemperatur bei Heizkreisen ist, umso größer ist die Effizienz des Brennwertkessels.

Sowohl Brennstoffverbrauch als auch Emissionen liegen deutlich unter denen von Standardkesseln. Moderne Brennwerttechnik ist bis zu 30 Prozent geringer im Energieverbrauch. Aus diesem Grunde wird auch der Austausch eines alten Ölkessels, gekoppelt mit einer solarthermischen Anlage seit Anfang 2008 zusätzlich gefördert. Ein bivalenter Betrieb mit der Solaranlage spart zusätzlichen Brennstoff für Brauchwasserbereitung oder auch Heizungsunterstützung ein.

Besonders Erdgasbrennwerttechnik ist bestens für eine Kopplung mit Solarthermie geeignet. Im Sommer besorgen Solarkollektoren das warme Wasser. Im Frühjahr und Herbst liefern sie Heizwärme, bis der Brennwertkessel zuschalten muss. Erdgasbrennwertgeräte sind auf dem Markt in einem breiten Leistungsspektrum von 100 bis zu mehreren 10.000 Kilowatt verfügbar. Sie lassen sich nahezu überall im Gebäude installieren. Die Kohlendioxidemissionen werden im Vergleich zu einem alten Gaskessel um mehr als die Hälfte reduziert. Die Höhe der Energieausnutzung hängt vor allem von der Rücklauftemperatur des Systems ab. Je niedriger diese ist, umso höher ist der Grad der Energieausnutzung. Die Technologie ist seit langem erprobt und ausgereift.

Wird die Heizung erneuert oder eine Solaranlage hinzugefügt, sollten  zeitgleich das Gebäude hinsichtlich Dämmung optimiert und auch sämtliche Rohrleitungen nach EnEV Standard gedämmt werden.

Systeme zur Lüftung

Die Lüftung eines Gebäudes ist unweigerlich auch mit Wärmeverlusten verbunden. Automatische Lüftungssysteme haben eine Optimierungsfunktion zwischen  Frischluftzufuhr und Minimierung der Wärmeverluste. Wird die Wärme aus der Abluft zurückgewonnen durch Wärmerückgewinnungssyteme, bedeutet dies eine erhebliche Energieeinsparung. Dezentrale Lüftungen einzelner Räume kommen ohne Lüftungsleitungen aus. Diese sind jedoch Bestandteile einer zentralen Be- und Entlüftung, die zumeist auch mit Wärmetauschern ausgestattet ist. Bis zu 95 Prozent der enthaltenen Wärme kann so über verschiedene Arten von Wärmetauschern zurück gewonnen werden. Wird die verbrauchte Raumluft durch eine Wärmepumpe geführt, kann mit der enthaltenen Wärme Brauchwasser erwärmt werden. In Niedrigenergiehäusern wird so in Verbindung mit anderen Wärmespendern der Gesamtwärmebedarf gedeckt. Lüftungsanlagen sind hier unbedingt mit einzuplanen, um den vorgeschriebenen Luftwechsel zu garantieren. Die zugeführte Frischluft kann ihrerseits vorgewärmt werden, zum Beispiel  durch solare Luftkollektoren oder Erdreichwärmeübertrager. Letztere können im Sommer auch die zugeführte Frischluft kühlen.

Wärmeverteilung

Von einem energieeffizienten Gebäude kann nur die Rede sein, wenn die Wärme optimal in den Räumen des Gebäudes verteilt wird. Der hydraulische Abgleich sorgt dafür, dass jeder Heizkörper oder die Fußbodenheizung die nötige Wärmemenge erhält. Ohne Abgleich würden zum Beispiel pumpennahe Heizkörper überversorgt. Der Brennstoffbedarf würde steigen und die Heizanlage unwirtschaftlich arbeiten. Nach DIN 18380 (VOB T. 10) sind „Umwälzpumpen, Armaturen und Rohrleitungen so aufeinander abzustimmen, dass auch bei wechselnden Betriebsbedingungen eine ausreichende Wassermengenverteilung sicher gestellt ist.“ Der hydraulische Abgleich ist somit Bestandteil eines jeden Angebotes zur energetischen Sanierung.

Die ETI wird finanziert aus Mitteln des Ministeriums für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg und der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam.