Technologieverbesserungen

Zukunftsorientierte Unternehmen investieren in effiziente Energienutzung. Folgende Bereiche der betrieblichen Energiewirtschaft erweisen sich in dieser Hinsicht als besonders lohnend.

Antriebe, Pumpen, Motoren

Stromgetriebene Motoren, Antriebe, Ventilatoren und Pumpen sind Teile aller industriellen Prozesse.  Mehr als zwei Drittel des industriellen Stromverbrauchs entfallen auf E-Motoren, davon mehr als die Hälfte auf Pumpen, Kompressoren, Ventilatoren. Die Einsparpotenziale sind enorm. Dabei geht es um innovative Technologien, neue Komponenten und Aggregate oder um Verfahren mit weniger Antrieben oder Pumpen. Beim Neukauf sollten nur hocheffiziente Motoren mit Energieeffizienzklasse in Frage kommen, bei wechselnder Last nur regelbare elektrische Antriebe.

Beispiel: Neue Umwälzpumpen für Heizanlagen mit Permanentmagnettechnologie und elektronischer Steuerung haben 70 Prozent weniger Leistungsaufnahme im Vergleich zu modernen Asynchronmotorpumpen bei gleicher hydraulischer Förderleistung. Inzwischen gibt es diese Pumpen für unterschiedliche Leistungsbereiche und Einsatzgebiete.

Druckluft

Druckluft wird in der Industrie fast überall eingesetzt. Druckluft hat viele Vorteile. Sie ist als sehr verbreiteter Energieträger flexibel, ungefährlich und leicht zu handhaben. Etwa sieben Prozent des Strombedarfs der deutschen Industrie wird für Druckluft benötigt. Die Einsparpotenziale sind deshalb erheblich. Ortung und Beseitigung von Druckluftleckagen ist eine sehr wirkungsvolle Art, Energie zu sparen, zumal sie kaum Kosten verursacht.

Beispiel: Das Druckluftnetz sollte mit möglichst niedrigem Druck gefahren werden. Bei hohem Druckbedarf einzelner Verbraucher kann der Druck dezentral erhöht werden oder auch ein gesondertes Netz angelegt werden.

Kühlung

Tiefe Temperaturen werden in Kühl- und Gefrierräumen, zur Kühlung von Gebäuden und Industrieprozessen gebraucht. Kältemaschinen nutzen Verdunstungskälte, die bei der Kühlmittelverdampfung entsteht. Sowohl bei der Erzeugung, als auch bei der Speicherung und dem Umgang mit Kälte gibt es viele Möglichkeiten, Energie einzusparen.

Beispiel: Die gängigen  Kompressionskältemaschinen arbeiten mit Strom. Mit Wärme betriebene thermische Kältemaschinen verursachen jedoch bis zu ein Drittel weniger Kohlendioxid-Emissionen. Solare Kühlung ist optimal, weil Kühlbedarf und Wärmeangebot jahreszeitlich zusammenfallen. Solarthermische Anlagen ermöglichen eine Kohlendioxid-neutrale Kühlung von Gebäuden.

Prozesswärme und Raumheizung

Unter Prozesswärme versteht man die Wärme, die in Industrie- und Gewerbeprozessen verwendet wird. Dazu gehören zahlreiche Trocknungsprozesse oder Fertigungsschritte  in vielfältigen Branchen. Große Teile des Energieverbrauchs werden für  die Bereitstellung von Wärme benötigt, sowohl für die  Produktion, als auch für die Gebäudebeheizung. Beide nutzen meist das gleiche Wärmenetz. Erhebliche Einsparpotenziale schlummern bei der Wärmeerzeugung und -rückgewinnung oder bei der Wärmespeicherung.  

 

Beispiel 1: Wärmegewinnung aus größeren solarthermischen Anlagen ist klimaschonend und kostengünstig. Es gibt vielfältige Anwendungsmöglichkeiten der Solartechnik in Gewerbe und Industrie. Abgesehen von Solarsystemen für die Trinkwarmwasserversorgung im Betrieb oder für die Sanitärräume, kann Betriebswasser erwärmt werden, das direkt im Prozess eingesetzt wird (Wäschereien, Autowaschanlagen, Vorwärmung im Produktionsprozess). Hier entfallen die Regelungen zum Legionellenschutz. Die Solarwärme kann direkt im Betriebswasser gespeichert werden, was die Systeme erheblich vereinfacht und verbilligt.

Beispiel 2: Als Wärmeträger sollte nach Möglichkeit Heißwasser verwendet werden, statt Dampf. Wärmetransport mit Dampf bedeutet hohe Umwandlungsverluste. Unter Druck können auch Heißwasserheizungen Temperaturen über 120 °C liefern.

Wärmerückgewinnung

Für Wärmerückgewinnung gibt es vielfältige Möglichkeiten, z.B.  Wärmetauscher oder Wärmepumpen. Wärmerückgewinnung und Wärmeprozesse müssen jedoch optimal aneinander angepasst sein, da oft mit steigender Energieeffizienz auch Aufwand und Kosten stark ansteigen.

Beispiel: Abwärmenutzung für den Betrieb einer Wärmepumpe und/oder direkte Heizzwecke, zur Frischlufterwärmung oder zur Brauchwassererwärmung.

Die ETI wird finanziert aus Mitteln des Ministeriums für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg und der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam.