Hybrid-Kraftwerke verbinden die Produktion von Strom mit der von Wärme und Kraftstoffen aus Windenergie, Biogas und anderen erneuerbaren Energiequellen.
Das Konzept des "Virtuellen Kraftwerks" oder des "Kombikraftwerks" wird auf diese Weise gekoppelt mit einem direkten physikalischen erneuerbaren Energiemix und einer Speicherlösung. Ziel ist die flexible Bereitstellung der Energie nach den Wünschen der Verbraucher. Diese innovative Technologie könnte den Nachweis liefern, dass eine Energieversorgung mit Erneuerbaren Energien zuverlässig und preiswert funktioniert und mittelfristig fossile Energieträger abgelöst werden können.
An dem Konzept eines Hybrid-Kraftwerks arbeiten Experten der Fachhochschule Stralsund, der TU Braunschweig, der internationalen Wasserstoffwirtschaft und des brandenburgischen Windstrom- Unternehmens Enertrag. In Prenzlau in der Uckermark wird die erste Pilotanlage stehen. Ende 2008 soll dort das erste Hybrid-Kraftwerk in Betrieb gehen. Zum Strom aus Windkraft und Biomasse kommt bei dem Pilotprojekt die Wasserstoffproduktion im industriellen Maßstab für den Kraftstoff- und Wärmemarkt oder für die zeitversetzte Rückverstromung hinzu. Auch die Wasserstoffelektrolyse wird mit Erneuerbaren Energien betrieben. Sie wird aus drei Windkraftanlagen gespeist. Die Wasserstoffproduktion wird mit einer Biogasanlage und einer oberirdischen Speicheranlage gekoppelt. Die Investitionssumme beträgt ca. 19 Mio. Euro.
Die Wasserstoffherstellung wird im Hybrid-Kraftwerk von einer zu diesem Zweck entwickelten Software gesteuert, die auf Impulse aus dem regionalen Einspeisenetz Erneuerbarer Energien reagiert, das vor allem die Windenergie liefert. Je nach Nachfrage gelangt die Wind- und Bioenergie auf diesem Wege als Strom zum Verbraucher oder wird in Gas verwandelt. Aus dem Gasnetz kann die Energie bei Bedarf dann zu einem anderen Zeitpunkt wieder entnommen werden, um das Stromangebot verbraucherorientiert und netzoptimal zu regulieren. Nach der Vernetzung von über 120 Megawatt Windkraft- und Biogasleistung würde mit der Wasserstoffanlage von 500 Kilowatt Leistung das weltweit erste Hybrid-Kraftwerk in der Uckermark stehen.
Interessant ist das Hybrid-Kraftwerk aber auch für andere Branchen, zum Beispiel als Alternative für fossile Kraftstoffe. Wenn die von der Automobilindustrie für 2009 geplante serienmäßige Produktion von Wasserstoffautomobilen startet, werden Hybrid-Kraftwerke diesen Zukunftsmarkt mit Wasserstoff als Ersatz für Benzin und Diesel versorgen. Der im Projekt vorgesehene Elektrolyseur soll eine Wasserstoffmenge bereitstellen, die 100.000 Liter herkömmlichen Kraftstoff entspricht.