Geothermie

Geothermie: Nutzung von Erdwärme

Der Begriff Geothermie setzt sich aus den griechischen Worten geos = Erde, Land und thermos = Wärme zusammen und umfasst die unterhalb der Erdoberfläche in Form von Wärme gespeicherte Energie, die der Erde entzogen und genutzt werden kann. Die Wärme ist zum einen Restwärme, die bei der Entstehung der Erde erzeugt wurde und sehr langsam nach außen abgegeben wird, zum anderen entsteht sie durch den Zerfall natürlich vorkommender radioaktiver Elemente. In den oberen Schichten (bis max. 15 m Tiefe) kommt zusätzlich die Erwärmung durch die Sonneneinstrahlung hinzu. 

Die Erdwärme kann zum Beispiel zu Heizzwecken genutzt werden. Bei den in Brandenburg gegebenen geologischen Verhältnissen liegen die Temperaturen bis 100 m Tiefe je nach Standort bei etwa 8-12 °C. Dies ist für das Heizen mittels Wärmepumpe ausreichend. Da die Temperatur mit der Tiefe um durchschnittlich 3 K je 100 m zunimmt (s. Abbildung), können durch Tiefbohrungen aber noch weit höhere Temperaturen genutzt werden. 

Die geologischen Bedingungen für die Erdwärmenutzung sind im Land Brandenburg sehr gut bis gut. Die größtenteils in großer Mächtigkeit vorkommenden Lockersedimente sind gut wasserdurchlässig und weisen demzufolge eine gute Wärmeleitfähigkeit und Wärmekapazität auf. Je höher diese beiden Werte sind, desto besser ist ein Standort für die geothermische Nutzung geeignet. Das geothermische Potenzial ist zudem auf Grund der in der Region zahlreich vorhandenen Erkundungsbohrungen auf Erdgas und Erdöl und darin durchgeführter Temperaturmessungen besonders gut dokumentiert.

Je nach genutzter Tiefe unterscheidet man zwischen oberflächennaher (bis max. 400 Meter) und tiefer (ab ca. 400 Meter) Geothermie. Die hohen Temperaturen in der Tiefe können direkt, d.h. ohne Wärmepumpe, zum Heizen genutzt werden. Des Weiteren besteht hier die Möglichkeit der Stromerzeugung durch Wasserdampf.

In Brandenburg steht die Nutzung der oberflächennahen Erdwärme für die Raumheizung und die Warmwasserbereitung derzeit im Vordergrund. Diese Systeme sind gleichzeitig aber auch zum Kühlen geeignet. In diesem Fall wird die den Räumen entzogene Wärme in den Untergrund abgegeben und dort gespeichert.

Die Nutzung tieferer Schichten erfolgt zum Beispiel durch die Bade-Thermen Brandenburgs. Die Erzeugung von Strom mittels tiefer Geothermie befindet sich in Brandenburg noch im Forschungsstadium. 

Insgesamt verfügt Brandenburg noch über großes ungenutztes geothermisches Potenzial.

Nähere Informationen

Die ETI arbeitet eng mit der Wärmepumpeninitiative und deren Mitgliedern zur oberflächennahen Geothermie zusammen. Die Wärmepumpeninitiative richtete mehrfach ihre Jahrestagung in der IHK Potsdam aus. 

In Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe etablierte die ETI ein Internetportal, mit dessen Hilfe Hauseigentümer/Hausherren die Eignung ihres Grundstücks für die Geothermienutzung schnell und einfach ermitteln können. (www.geo-brandenburg.de

Im Bereich der Tiefengeothermie kooperiert die ETI mit dem Geoforschungszentrum (GFZ) Potsdam.


Geothermieleitfaden Brandenburg

Ein Redaktionsteam aus Fachexperten unter der Leitung der ETI hat im Januar 2009 nach fast einjähriger Arbeit den Brandenburgischen Geothermieleitfaden fertig gestellt.

Unter dem Titel "Nutzung von Erdwärme in Brandenburg - Heizen und Kühlen mit oberflächennaher Geothermie: Ein Leitfaden für Bauherren, Planer und Fachhandwerker" informiert der Leitfaden auf 24 Seiten über Technologien, geologische Voraussetzungen, Planung und Einbau sowie Wirtschaftlichkeit und Fördermöglichkeiten für die Nutzung oberflächennaher Geothermie in Brandenburg.

Der Leitfaden kann hier heruntergeladen oder kostenlos bei der ETI bestellt werden.


Broschüre: Wärme aus Brandenburger Erde

Anwendungsmöglichkeiten und Versorgungspotenzial der Geothermie im Land Brandenburg

Die Geothermie ermöglicht heute ein wirtschaftliches und umweltfreundliches Klimatisieren von Gebäuden aller Größenordnungen, vom Einfamilienhaus über große Gebäudekomplexe bis hin zu fernwärmeversorgten Stadtteilen. Je nach geologischen und technischen Voraussetzungen kommen im Land Brandenburg zahlreiche Standorte für eine geothermische Versorgung in Frage.

Die ETI-Arbeitsgruppe "Geothermie" hat für Investoren und Planer moderner Wärmeversorgungslösungen eine Orientierungshilfe zu den geothermischen Technologien, zur Standortbewertung sowie zur Wirtschaftlichkeit erstellt.

Den 6-seitigen Folder aus dem Jahr 2004 können Sie hier herunterladen: Download

Die ETI wird finanziert aus Mitteln des Ministeriums für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg und der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam.