Windkraft

Mit einer installierten Leistung von 4.300 MWel Stand November 2010 ist Brandenburg das Binnenland Nr. 1 in Deutschland in Bezug auf die Erzeugung von Windenergie. Nur im Küstenland Niedersachsen ist die installierte Leistung höher. Seit 2001 hat sich die installierte Leistung in Brandenburg mehr als vervierfacht. Allein im ersten Halbjahr 2009 wurden  105 neue Windkraftanlagen mit einer Leistung von fast 200 MW errichtet (Quelle: BWE).  Brandenburg ist damit das Bundesland mit dem stärksten Wachstum bei der Windenergienutzung. Das Ausbauziel für 2020 liegt bei 7.500 MWel.

Gesamte Installierte Leistung, Stand 30.06.2009 Quelle: DEWI GmbH

Bundesland

MW

Niedersachsen

6.209,59

Brandenburg

3.968,81

Sachsen-Anhalt

3.152,56

Schleswig-Holstein

2.775,51

Nordrhein/Westfalen

2.706,46

16,1 % des gesamten in Deutschland produzierten Windstroms kommen aus Brandenburg. Nur Niedersachsen bringt mit 25,1 % noch mehr Strom aus Windkraftanlagen ein. Brandenburg kann damit 36,26 % seines Nettostromverbrauchs aus Windenergie decken. (Alle Daten: Deutsches Windenergie-Institut)

Mit dem starken Ausbau der Windkraftanlagen in Brandenburg sind Herausforderungen für den Betrieb des Stromnetzes verbunden. Das Verteilungsnetz ist nicht auf die Einspeisung so großer, unregelmäßig auftretender Strommengen ausgelegt. Aufgrund des starken Ausbaus der Windkraftkapazitäten kommt es daher zu Engpässen bei der Einspeisung. Die Investitionsbedingungen für neue Windparks verschlechtern sich, da die Gefahr besteht, dass Anlagen vom Netz genommen werden müssen und Einnahmeausfälle entstehen. Das Netzsicherheitsmanagement (NSM), das in den letzten Jahren eingeführt wurde, hat zu Verbesserungen bei der Auslastungs­steuerung geführt. Gleichwohl kann das NSM nur eine Übergangslösung bis zum weiteren Netzausbau sein.

Ein weiterer wesentlicher limitierender Faktor ist die Flächenverfügbarkeit. Im Rahmen der Regionalplanung wurden Windeignungsgebiete ausgewiesen, außerhalb derer keine Anlagen gebaut werden dürfen. Von den 200 brandenburgischen Windeignungsgebieten sind 33 vollständig, 124 teilweise und nur 43 noch nicht ausgelastet. Zudem ist die mangelnde Akzeptanz der Bevölkerung für neue Windkraftanlagen ein Grund dafür, dass Genehmigungsverfahren aufwändiger werden und länger dauern, eventuell sogar scheitern.

Branche auf Wachstumskurs

Quelle: BWE

Trotz der genannten Schwierigkeiten ist die Windenergie eine Branche mit Zukunt, die Arbeitsplätze schafft. Allein bei dem Anlagenhersteller Vestas in Lauchhammer entstanden in den letzen Jahren 450 Arbeitsplätze. Bei dem Windkraftbetreiber und Energieanbieter Enertrag AG mit Sitz in Nechlin bei Prenzlau in der Uckermark arbeiten über 250 Mitarbeiter an Windkraftprojekten in ganz Europa. In dem Werk der Repower AG in Trampe, Barnim, arbeiten ca. 150 Beschäftigte für die Wartung und Montage von Windenergieanlagen des Unternehmens. Hinzu kommen zahlreiche qualifizierte Jobs in Planungsbüros, Serviceunternehmen und Baufirmen.

Neue technische Entwicklungen geben der Branche einen weiteren Schub. In der Uckermark entsteht beispielsweise das weltweit erste Hybridkraftwerk. Dabei wird die durch Windkraft erzeugte Energie mittels Elektrolyse in Wasserstoff gespeichert und kann in windarmen Zeiten bedarfsgerecht in ein Blockheizkraftwerk (BHKW) zur Stromerzeugung eingespeist werden.

Windenergienutzung - Klimaschutz und kommunale Wertschöpfung verbinden

Für Kommunen, die in die Windkraftnutzung einsteigen wollen, hat die Bosch & Partner GmbH einen Leitfaden entwickelt (August 2012). Der Leitfaden soll Gemeinden verschiedene Wege aufzeigen, wie sie durch den Ausbau der Windenergie neben dem Klimaschutz auch von der Wertschöpfung und der Wirtschaftsstärkung vor Ort profitieren können.

Der Leitfaden erläutert die mit der Windenergienutzung verbundenen Chancen für Gemeinden in Brandenburg und zeigt auf, wie soziale und ökologische Risiken vermieden werden können. Grundlage bildet eine Übersicht über der bei der Planung und Genehmigung zu beachtenden Rechtsgrundlagen.

Sie können den Leitfaden hier herunterladen: http://www.boschpartner.de/data/leitfaden_bp_final1.pdf