31.07.2017

Energieverbrauchskennzeichnung - Neuerungen treten in Kraft

Lampen, Klimatruhen, Kühlschränke: Brüssel macht Schluss mit verwirrender Kennzeichnung zum Energieverbrauch auf Elektrogeräten. Seit Monatsbeginn werden die Plusklassen europaweit abgeschafft. Das bedeutet: die Energieverbrauchsskala wird in sieben verständliche Klassen von A bis G eingeteilt - die Klassen A+++, A++ und A+ werden abgeschafft, um durch klare Kennzeichnung mehr Vergleichbarkeit und damit Transparenz für die Verbraucher zu schaffen.

Hersteller und Händler von stromintensiven Geräten sind die ersten, die nun schrittweise mit den neuen Effizienzklassen auszeichnen müssen. Zudem soll künftig in der Werbung deutlicher auf die Effizienz hingewiesen werden. Diese Rahmenverordnung gilt in jedem Europäischen Mitgliedstaat und muss nicht erst in nationales Recht umgesetzt werden.

Bessere Vergleichbarkeit der Geräte

Das Energielabel ist eine Energieverbrauchskennzeichnung, die Verbraucher seit 1998 über bestimmte Produkteigenschaften aufklärt, wie z. B. die Energieeffizienz oder Emissionen durch den Betrieb eines Produkts. Bisher befanden sich die besten Geräte in den Effizienzklassen A bis A+++. Durch diese „Plusklassen“ ging die Klarheit und Wirksamkeit der Kennzeichnung teilweise verloren. Mit Inkrafttreten der neuen Rahmenverordnung zur Energieverbrauchskennzeichnung verschwinden die „Plusklassen“ zukünftig und die Buchstaben A bis G decken alle zulässigen Energieeffizienzklassen ab. Die klarere Kennzeichnung soll für mehr Transparenz sorgen und bessere Vergleichbarkeit schaffen.

Übergangsphase über zwei Jahre vorgesehen

Die neuen Energieeffizienzlabels werden jedoch noch nicht zum 1. August 2017 eingeführt, sondern schrittweise in den kommenden Jahren. Die erste Stufe wird spätestens im Herbst 2018 umgesetzt sein und folgende Produktgruppen beinhalten:

  • Haushaltsgeräte
  • Lampen und Leuchten
  • Luftkonditionierer (Raumklimageräte)
  • Raumheizgeräte, Kombiheizgeräte und Verbundanlagen mit Solareinrichtungen
  • Warmwasserbereiter und -speicher sowie Verbundanlagen mit Solareinrichtungen
  • Gewerbliche Kühllagerschränke
  • Festbrennstoffkessel und Verbundanlagen mit Solareinrichtungen
  • Einzelraumheizgeräte - ab 1.1.2018

Mit Inkrafttreten der Verordnungen haben Händler und Hersteller zwölf Monate Zeit, das neue Etikett mit neuer Skala zu beschaffen und online oder am Produkt auszutauschen, also spätestens im Herbst 2019.

Die Farbskala des Energielabels bleibt

Die bekannte Farbskala des Energielabels von Dunkelgrün bis Rot bleibt. Verbietet allerdings die eng mit der Verbrauchskennzeichnung zusammenwirkende Ökodesign-Richtlinie (2009/125/EG) bereits Produkte in den Klassen „E“, „F“ oder „G“, dann sollen diese Klassen künftig nur in Grau auf dem Energielabel zu sehen sein.

Energielabel-Etiketten müssen Produkt beiliegen

Die Energielabel-Etiketten und Produktdatenblätter müssen dem Elektroprodukt beiliegen. Wenn der Händler noch über kein Etikett und Produktdatenblatt verfügt, fordert er es vom Lieferanten an. Lieferanten müssen Händlern fehlende Etiketten binnen fünf Arbeitstagen unentgeltlich liefern.

Übrigens: Für Produkte, für die keine Energiekennzeichnung vorgeschrieben ist, dürfen ausdrücklich keine Etiketten nachgebildet werden. Das Nachbilden von Etiketten für nicht erfasste Produkte ist unzulässig.

Effizienzklassen in der Werbung

Die Lieferanten und Händler müssen stärker auf die Effizienzklasse des Produktes in der Werbung verweisen. Danach ist bei jeder visuell wahrnehmbaren Werbung oder in technischem Werbematerial für ein bestimmtes Modell auf die Energieeffizienzklasse des Produktes und das Spektrum der auf dem Etikett verfügbaren Effizienzklassen hinzuweisen.

Einen Überblick über sämtliche Neuerungen finden Sie auf der Seite der Nationalen Top-Runner-Initiative (NTRI) des BMWi und bei der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung.



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