16.01.2018

Windkraft: Studie zu Akzeptanzsteigerung gegenüber Windkraftanlagen

Zwei Maßnahmenvorschläge zur Standortakzeptanz von Onshore-Anlagen

 

Eine aktuelle Studie, herausgegeben von Agora Energiewende, befasst sich mit Frage, wie die Akzeptanz der Windenergie bei Kommunen und Bürgern aufrecht erhalten und ausgebaut werden kann. Neben einer stärkeren Einbeziehung der Bevölkerung sollen Windparkentwickler und  betreiber auch zur Kasse gebeten werden.

 

Windenergie ist eine wichtige Stütze der Energiewende. Im vergangenen Jahr lag die Produzierte Menge erstmals über der von Atomenergie und Kohleverstromung. Betrachtet man Ziele, wie etwa den in den Sondierungsgesprächen von Union und SPD vereinbarten Anteil von 65 % Erneuerbaren am Strom-Mix 2030, so wird die Bedeutung noch weiter wachsen.

 

Dass der Ausbau der Erneuerbaren nicht ohne Auswirkungen auf die Natur und das Lebensumfeld der Bevölkerung bleibt, steht außer Frage. Aus diesem Grund müsse man sich die Akzeptanz der Bürger – insbesondere derjenige in Ländlichen Gebieten, die am Stärksten betroffen sind – befördern, wie Dr. Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende betont.

 

In der aktuellen Studie „Wie weiter mit dem Ausbau der Windenergie“ werden insbesondere zwei Maßnahmen vorgeschlagen um Kommunen und Bürger in der Windenergie stärker zu beteiligen. Zum einen soll es eine zweckgebundene Sonderabgabe geben. Sie soll die Lebensqualität der Menschen in der Nähe von Windparks steigern, etwa durch Investition in öffentliche Einrichtungen. Aufgeteilt sein könnte diese Sonderabgabe in eine größere Einmalzahlung bei Inbetriebnahme und eine jährliche Zahlung. Während die erste Zahlung sich an Nabenhöhe und installierter Leistung orientieren könnte, sieht der Vorschlag für die jährliche Abgabe eine Kopplung mit der Stromproduktion vor.

 

Die zweite Maßnahme, die man der Studie entnehmen kann ist die verbesserte Einbindung der Anlieger in den Genehmigungsprozess von neuen Windprojekten. Angedacht ist hier eine Beteiligung in der frühsten Planungsphase, schon vor der offiziellen Antragsstellung. Außerdem schlägt das Papier vor, zentrale Stellen zu etablieren, die in allen Bundesländern die verständliche und hochwertige Projektkommunikation unterstützen.

 

 

Die Studie „Wie weiter mit dem Ausbau der Windenergie“ wurde vom IKEM - Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität (Teil „Finanzielle Beteiligung von Kommunen“) und von Team Ewen (Teil „Immissionsschutzrechtliche Genehmigungsverfahren“) im Auftrag von Agora Energiewende erarbeitet. Sie umfasst etwa 140 Seiten und steht auf der Internetseite agora-energiewende.de zum kostenfreien Download zur Verfügung.


Von: © Philipp Kronsbein | Agora Energiewende

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