In den Jahren 2002 bis 2005 wurden im Rahmen des REN - Programmes (Rationelle Energieerzeugung und -nutzung: Richtlinie des Ministeriums für Wirtschaft zur Förderung der Energieeffizienz und der Nutzung erneuerbarer Energien) des Ministeriums für Wirtschaft innovative Projekte aus den Bereichen Bioenergien und Energieeffizienz als sogenannte ETI - Leitprojekte gefördert. Diese Projekte wurden im Rahmen der ETI - Arbeitsgruppen entwickelt, umgesetzt und verbreitet.
Folgende Projekte wurden gefördert:
29.10.2002 - Herr Dr. Falk Brune (Falk.Brune@Zempow.de)
Teilnehmer: Energieholz Dr. Falk Brune Birkenallee 3 16837 Zempow Tel. 033923/76922 Fax 033923/76921
Das energetische Potential der ausgedehnten Wälder Brandenburgs wird nur zu geringen Teilen genutzt. Waldholz, welches für die stoffliche Verwertung nicht nutzbar ist, kann sinnvoll zu Wärme veredelt werden. Das Ziel des Leitprojektes ist der Aufbau eines Netzwerkes dezentraler Nahwärmesysteme als Impuls zur flächendeckenden Verbreitung des Energieträgers Waldholz. Neben der Umweltentlastung mittels Substitution fossiler Brennstoffe durch Holz wird durch die Erschließung regionaler Ressourcen eine zusätzliche Wertschöpfung im ländlichen Raum ermöglicht. Bei der Energiebereitstellung aus Waldhackschnitzeln ergibt sich gegenüber dem Einsatz von Sägenebenprodukten und Landschaftspflegematerial ein Kostennachteil, der aus den zusätzlichen Arbeitsgängen der Holzbereitstellung resultiert. Um die Kostendifferenz zu kompensieren, wird in dem Projekt die gesamte Kette vom Schwachholz im Bestand bis zur Wärmeübergabestation aufeinander abgestimmt und optimiert. Mittels moderner Technik wird das Waldholz zu Hackschnitzeln verarbeitet, getrocknet, gelagert und dem Heizwerk bedarfsgerecht zugeführt. Durch die feste Einbindung von Kunden über Wärmelieferverträge wird eine langfristige Absatzsicherung erreicht. Im Rahmen des aufzubauenden Netzwerkes wird die Versorgung verschiedener Objekte mit Holzwärme im Norden Brandenburgs geplant oder bereits umgesetzt. In den folgenden Jahren wird die Verbreitung moderner Holzfeuerungsanlagen systematisch vorangetrieben.
28.10.2002 - Herr Gerhard Semper (Info@eden.de)
Teilnehmer: EDEN Gemeinnützige Obstbau-Siedlung eG Struveweg 501 16515 Oranienburg-Eden Tel. 0331/52326 Fax 03301/523270
Auf dem Gelände der ehemaligen Saftfabrik der „Gemeinnützigen Obstbau-Siedlung Eden“ wurde in Oranienburg im April 2002 eine neue ökologische Heizzentrale mit einer Leistung von 750 kW auf Basis von Biomasse – Holzschnitzel – in Betrieb genommen. Die Kesselanlage wurde von der österreichischen Firma MAWERA hergestellt, arbeitet vollautomatisch und 36 h überwachungsfrei. Der neue Heizkomplex wurde vom Cottbuser Ingenieurbüro IEK geplant und von Firmen der Region errichtet. Die neue Heizzentrale gibt die Wärme in ein neu errichtetes Nahwärmenetz von ca. 750 m, das eine Reihe von Gebäuden in Eden versorgt, darunter die Schule, die Kita, das Ärztehaus, die Physiotherapie, die Verwaltung und einige Einfamilienhäuser. Die für die Wärmeerzeugung jährlich notwendigen ca. 2.600 sm² (Schütt-Kubikmeter) Holzschnitzel werden als Hackschnitzel aus der Waldpflege der umliegenden Forsten oder als geschredderte Holzschnitzel aus der Straßenbaumpflege bezogen. Aber auch Holzreste aus der Obstbausiedlung Eden werden hier ökologisch genutzt und entsorgt. Zusätzlich werden der Forstwirtschaft der Region durch den Kauf der Holzschnitzel aus dem Restholz finanzielle Mittel für die Waldberäumung verschafft – Die neue Heizzentrale dient der Förderung regionaler Wirtschaftskreisläufe und ist ein Beispiel dafür, dass Ökologie und Umweltschutz durchaus mit der Ökonomie vereinbar sind.
01.12.2003 - Matthias Schmitz-Peiffer (schmitz-peiffer@baucon.de)
Teilnehmer: Ingenieurgesellschaft BBP Bauconsulting mbH Wolfener Str. 36 12681 Berlin Tel: 030 936923 11
Das Prinzip der Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung besteht darin, dass die kalte Frischluft durch die warme Abluft erwärmt wird. Die variante semi-dezentral ist durch dezentrale Wärmetauscher in jeder Wohnung und zentrale Ventilatoren auf dem Dach gekennzeichent. Im Wärmetauscher kann die kalte Frischluft der warmen Abluft ca. 90% der Wärme entziehen. Die Luftverteilung erfolgt vorzugsweise im Flurbereich in der Unterdecke. Die Wärmetauscher können im Sanitärsschacht zwischen Küche und Bad untergebracht werden. Die Außenluft soll auf kurzem weg zu- und die Fortluft über Dach abgeführt werden. Dazu dienen zwei vertikale Schächte über alle Geschosse. diese werden als Rohr in Schacht System asgebildet und bestehen aus einem wärmegedämmten Brandschutzkanal (Frischluft) mit innenliegendem Wickelfalzrohr (Fortluft). Dadurch kann die restwärme der Fortluft die Frischluft etwas vorwärmen und damit die energetische Effizienz weiter Steigen. Zum Transport der erförderlichen Luftvolumenströme werden im Drempel oder auf dem Dach zentrale Ventilatoren installiert. Wohnungsweise werden Konstanvolumenstromregler eingesetzt. In Küche und Bad befinden sich vor den Abluftventilen filter. die Frischluft wird über einen hochwertigen F7 Filter geleitet. Maßnahmen: Im Wohngebäude Johannes-Kepler-Platz 4, 14480 Potsdam wurde das System erfolgreich installiert. Ergebnisse: - Nutzwärmekosten ca. 30 Pfg/kWh, bei Förderung ca. 20 Pfg/kWh wurden erreicht. -Die kontinuerliche Be- und Entlüftung des gesamten Wohnraumes und dadurch Sicherung des hygenischen Mindestluftwechsels. -Vermeidung von Kondensationsschäden im Bereich von Wärmebrücken, da relative Luftfeuchtigkeiten vom 45% erreicht werden. -maximaler Schallschutz der Gebäude durch dichte Fensterkonstruktionen -Zuführung von gefilterter, pollenfreier Luft -individuelle Wärmerückgewinnung. Die Reduzierung der Lüftungswärmeverlüste bei Einsatz vergleichbaren wärmerückgewinnungsanlage Variante Dezentral wurde durch die messtechnische Begleitung ausgeführter Gebäude in der Stadt Erfurt belegt.
04.11.2002 - Herrn Remo Tiedemann (Remo.Tiedemann@tu-cottbus.de)
Teilnehmer: BTU Cottbus Zentrum für Energieversorgung -LS Energiewirtschaft- Universitätsplatz 3-4 03044 Cottbus Tel. 0355/694046 Fax 0355/694048
Der liberalisierte Strommarkt steigert die Anforderungen an Energieversorgungsunternehmen. Durch das Abschaffen der Gebietsmonopole und der dadurch bedingten freien Wählbarkeit der Stromanbieter ergeben sich ständig wechselnde Kunden- und Kundengruppenstrukturen. Durch die zusätzliche Trennung der Bereiche Energieerzeugung, Netzbetrieb und Vertrieb stellt die Analyse und Synthese von kunden- und kundengruppenspezifischen Lastprofilen eine dringliche Aufgabe dar, da sowohl für die eigenen Kunden wie auch für die Netznutzung immer genauere Lastprognosen erwartet und gefordert werden. Ein vielversprechender Weg ist die Erfassung und Analyse von Lastgängen. Dieses ermöglicht einerseits eine deutliche Datenreduktion und andererseits einen pragmatischen Weg der Prognose. Beim Aufbau eines Datenpools mit brandenburgischen Energieversorgern überprüft die Projektgruppe die Repräsentativität der Daten und führt eine vergleichende Bewertung zu repräsentativen VDEW-Lastprofilen durch. Zwischenergebnisse: Der Datenpool besteht aus 89 Langzeitmessungen und 40 Kurzzeitmessungen unterteilt in 34 Stationsmessungen, 21 Einzelmessungen Haushalt, 74 Einzelmessungen Gewerbe. Erste Untersuchungen zeigen, dass eine zeitliche Verschiebung der charakteristischen Morgen-Lastspitze und Abend-Lastspitze zu erkennen ist. Die ausgeprägte Mittagsspitze der VDEW-Lastprofile ist bisher nicht erkennbar. Die Stationsmessung weicht gegenüber dem VDEW-Lastprofil in der Grundlast ind in der Höhe der Lastspitze am Abend ab. Der Zeitpunkt der Abendspitze ist annähernd identisch. Projektpartner: Stadtwerke Frankfurt (Oder), enviaM Stadtwerke Senftenberg, E.DIS, Stadtwerke Finsterwalde, BTU Cottbus LS Energiewirtschaft, Städtische Werke Spremberg, Energie und Wasser Potsdam, Städtische Werke Brandenburg a. d. H., Städtische Betriebswerke Luckenwalde, Stadtwerke Görlitz
29.10.2002 - Ortwin Lemke, Dietrich Dunst (Hof_Lemke@t-online.de)
Teilnehmer: Ortwin Lemke, Hof Lemke Dorfstr. 14 16909 Niemerlang OT Ackerfelde/Prignitz Tel. 033967/60658 Fax 033967/609510
Mit der Holzhackschnitzel-Heizung werden ein Glasgewächshaus mit 3.980 ², drei Foliengewächshäuser mit gesamt 2.300 m² Produktionsfläche und Funktionsgebäude mit Wärme versorgt. Die steigenden Heizölpreise und die Marktsituation für gärtnerische Produkte zwangen im Jahr 2000 den Bauherrn, gegenüber dem Einsatz von Heizöl oder Flüssiggas (in Ackerfelde gibt es kein Erdgas) nach kostengünstigeren Lösungswegen zur Wärmeversorgung der Gewächshäuser zu suchen. Der globale Markt für gärtnerische Produkte in der Europäischen Union wird von niederländischen Großgärtnereien mit vom niederländischen Staat gestützten Energiekosten im Bereich von 2 bis 3 Cent/kWh (Vollkost) beherrscht. Diese Energiekosten zu erreichen, war zwingende Vorgabe. Um die Möglichkeiten des EEG zu nutzen, war es das Ziel, eine Kraft-Wärme-Kopplungsanlage (KWK) zu errichten. Dies musste aber verworfen werden, da die Investitionskosten absolut sehr hoch sind, auch bei anteiliger Förderung die Wärmegestehungskosten sich nicht rechnen, in Ackerfelde hohe Kosten für den elektrischen Netzanschluss anstehen, die KWK einen erheblichen Bedien- und Brennstoff-Logistikaufwand verlangt und die Vollaststunden pro Jahr kaum über 2.200 Stunden pro Jahr liegen werden. Mit dem Kessel für naturbelassene Hackschnitzel 700 kW th und Reserve-/Spitzenlast-Ölkessel 1.000 kWh th wurde eine wirtschaftliche Lösung gefunden. Der Hackschnitzel-Kessel wurde am 13. Dezember 2001 angefahren und er übernahm sofort die Wärmelast von den Gewächshäusern. Er lief bis zum 31. Mai 2002 ununterbrochen im automatischen Betrieb. Dann wurde der Kessel alternierend entsprechend dem Wärmebedarf betrieben und am 2. Juli 2002 für den Sommerstillstand außer Betrieb genommen. Der Kessel verbrauchte auflaufend bis zum 2. Juli 2002 ca. 1.300 Srm Hackschnitzel („Srm“ gleich Schüttraummeter“ gleich „m³“). Der größte Holzhackschnitzel-Verbrauch war ca. 17 Srm pro Tag. Die Leistung des Holzhackschnitzel-Kessel wurde so gewählt, dass kleinere Erweiterungen möglich sind.
29.10.2002 - Frau Albrecht (ppm-oranienburg@t-online.de)
Teilnehmer: PPM Umwelttechnik GmbH & Co. KG Sachsenhausener Str. 27 16515 Oranienburg Tel. 03301/700505 Fax 03301/700506
Die Biodieselanlage arbeitet nach einem in unserem Hause gemeinsam mit den Partnern ECB ENVIRO Berlin AG und SABOWA Gesellschaft für die Sanierung von Wasser und Boden mbH entwickelten Verfahren, die erstmalig die wirtschaftliche Produktion von Biodiesel in dezentralen Anlageneinheiten (Standard-System: 5.700 t/Jahr) ermöglicht Eine aufwendige Logistik zur Sicherung des Inputmaterials bzw. zum Absatz der Produkte ist nicht erforderlich. Sämtliche Einsatzstoffe und Produkte können auf regionaler Ebene beschafft bzw. vertrieben werden. Die Anlage kann sowohl frische Pflanzenöle (Raps-, Sonnenblumen-, Palm-Kokosnussöl etc.) als auch gereinigte und ungereinigte Gebrauchtspeiseöle verarbeiten. Der Wechsel des Inputmaterials macht keinerlei Änderungen des technischen Anlagendesigns notwendig. Die innovative Steuerungs- und Regelungssoftware und die entsprechende Hardware ermöglichen die unkomplizierte Adaptation des Systems an wechselnde Inputqualitäten. Unabhängig vom Inputmaterial werden alle Qualitätsparameter der gültigen Anforderungen aus der nationalen DIN E 51606, dem zukünftigen europäischen Standard DIN EN 14214 sowie allen weiteren üblichen internationalen Normen eingehalten. Die Anlage erzielt für alle Rohstoffe einen Umesterungsgrad von 98 % bei gleichbleibender Produktqualität und arbeitet abwasserfrei. Diese Referenzanlage hat eine Kapazität von 17 m³/d und zielt auf Kundengruppen, die mit vorhandenen Rohstoffen Biodiesel für den eigenen und territorialen Bedarf herstellen wollen. Um diesen Kundenkreis anzusprechen und den geringen Platzbedarf zu demonstrieren, ist die eigentliche Produktionsanlage, in der die Umesterung von Pflanzenöl zu Fettsäuremethylester (FAME) stattfindet, auf der Grundfläche eines handelsüblichen 40-Fuß-Containers untergebracht. Lediglich die Vorratstanks und periphere Technik werden außerhalb der Containerfläche angeordnet. Diese kompakte Bauweise ermöglicht eine weitgehende Vormontage der Umesterungseinheit am Produktionsstandort Oranienburg, einen problemlosen Transport zum Kunden und eine vereinfachte Inbetriebnahme der Anlage nach deren Einbindung.
28.10.2002 (loock-biogassysteme@t-online.de)
Teilnehmer: Loock Biogassysteme GmbG Kaiser-Wilhelm-Str. 89 20355 Hamburg Tel. 040/340934 Fax 040/340212
Der Agrargenossenschaftsbetrieb Pirow erzeugt jährlich biogene Reststoffe aus der Tierhaltung von etwa 4.500 m² Schweinegülle und 3.000 t Festmist, die in der Anlage verwertet werden. Zusätzlich werden 5.700 t Energiepflanzen in Form von Maissilage auf einer Fläche von 115 ha erzeugt und ebenfalls für die Energieerzeugung genutzt. Bisher wurde der Hohe Eigenbedarf an thermischer Energie für die Schweineställe aus fossilen Brennstoffen bereitgestellt, was mit einem nicht unerheblichen finanziellen Aufwand verbunden war. Durch die Kraft-Wärme-Kopplungsanlage kann nicht nur dieser Bedarf gedeckt werden, sondern auch eine Nahwärmeversorgung der nahegelegenen zwölf Wohneinheiten erfolgen. Durch die gleichzeitige Erzeugung von Nutzwärme und elektrischer Energie wird eine optimale Nutzung des erzeugten Biogases ermöglicht. Dimensionierung BHKW: 2 Stück 250 kW Therm. Leistung: je 391 kW Nassfermenter: 1.500 m³ Nachgärer: 1.500 m³ Endlager: 2.560 m³ Trockenfermenter: 4 Stck. je 150 m³ Substrate: Maissilage, Schweinegülle, Putenmist, Hühnermist, Rinderfestmist Betriebsfläche: 1.528 ha Durchsatz: 10-49 t/Tag
28.10.2002 - Herr Schulz
Teilnehmer: Agrarprodukte Dedelow GmbH Dorfstr. 62 17291 Dedelow Tel. 039853/6000 Fax 039853/60060
Mit einem Viehbestand von ca. 5.000 Tieren betreibt die Agrarprodukte Dedelow eine Biogasanlage mit einer Jahreskapazität von ca. 100.000 t Rindergülle und ca. 15.000 t Festmist, Restfutter. Zur Suspendierung und Homogenisierung wird Festmist und Restfutter angeruht und zerkleinert in einem ca. 30 m³ Behälter. Diese Mischung gelangt über einen Zerkleinerer und eine Pumpe zum Tagesbecken mit einem Nettovolumen von 300 m³. In dieses Becken wird über eine Rohrleitung Gülle von einer außenliegenden Stallanlage ca. 5 km taggenau dazugepumpt. Die Ansteuerung dieser Pumpe erfolgt über ein Funksignal. Die Tagesmenge beträgt ca. 40 m³ Rindergülle aus einer Jungviehanlage. Diese aufbereitete Gülle wird über eine Beschickungspumpe und einen zusätzlichen vorgeschalteten Zerkleinerer über einen Wärmetauscher (ca. 750 kW Heizleistung) gepumpt und hierbei auf Fermentertemperatur erwärmt (37 °C) und direkt in den Biogasfermenter eingetragen. Der Biogasfermenter ist ein Stahlbehälter und besteht aus zwei BIMA-Fermenten mit je 4.000 m³ Fassungsvermögen. Die Reaktoren werden auf mesophilen Temperaturen gefahren – ca. 33-36 °C. Das Biogas verlässt die Reaktoren über die Gasabgangsleitungen und einem Kondensatabschneider zum Gasspeicher (800 m³ Inhalt). Zur Reduktion des H?S–Gehaltes ist eine biologische Entschwefelung eingebaut, welche extern als Gaswäscher ausgeführt ist. Damit wird ein H?S-Gehalt von 50 ppm erreicht. Die erzeugte elektrische Leistung (BHKW) wird komplett ins Netz der E.DIS Aktiengesellschaft eingespeist. Die thermische Leistung wird zu ca. 40 % zum Aufheizen der Gülle genutzt, der Rest wird zur Versorgung der Stallanlagen, Büro- und Werkstattgebäude mit Wärme genutzt. Einige Eckdaten aus ca. 9 Monaten Betrieb: Beschickungsmenge: ca. 250-300 m³/d Gasmenge pro m³ Input: ca. 23-25 m³ CH?-Gehalt: ca. 60 % - 64 % H?S-Gehalt: 50- 80 ppm elektrische Leistung/d: ca. 14.500 kW el thermische Leistung/d: ca. 17.000 kW th
29.10.2002 - Herr Vogel
Teilnehmer: Rinder-Marktfrucht GmbH Museumsstraße 8 17291 Nordwestuckermark Tel. 039852/233 Fax 039852/3873
Die Wittstocker Rinder-Marktfrucht GmbH betreibt eine Biogasanlage in der neben Rindergülle als notwendiges Puffermedium gezielt nachwachsende Rohstoffe in Form von Silomais für die Erzeugung von Energie eingesetzt werden. Damit erweitert der Landwirtschaftsbetrieb sein Tätigkeitsfeld um die Produktion von nachwachsenden Rohstoffen, was eine Sicherung der Arbeitsplätze der im Betrieb beschäftigten Arbeitskräfte bedeutet. Zudem wird durch den Anbau nachwachsender Rohstoffe die CO² - Bilanz verbessert und außerdem wird umweltfreundlich Nutzenergie (Strom und Wärme) erzeugt. Als Grundlagen für den Betrieb der Biogasanlage werden die gesamte aus der Bewirtschaftung der Stallanlagen anfallende Biomasse aus eigener „Produktion“ eingebracht. Das ermöglicht einen Betrieb der Biogasanlage unabhängig von der Situation auf dem Markt für Kofermente/Bioabfälle. Im Aufstellungsbereich der Biogasanlage ist ein Sammelbecken für Gülle mit ca. 50 m² Inhalt vorhanden, in das die Stallgülle einläuft. Von dort wird sie zur Mischgrube der Biogasanlage gepumpt (Neubau, ca. 60 m²). In dieser Mischgrube besteht die Möglichkeit, weitere Biomasse (Festmist, Silage, bzw. Grünschnitt) in die Gülle einzuführen, dies erhöht den Trockensubstanzgehalt und steigert somit die Gasausbeute. Als Biogasreaktor dient ein stehender Fermenter mit einem Faulraumvolumen von 800 m³. Zur Gewährleistung einer optimalen Temperatur für die Tätigkeit der Methanbakterien wird der Fermenter über die Außenwand beheizt. Als Wärmequelle dient die Abwärme des Blockheizkraftwerkes. Die vom BHKW produzierte Elektroenergie (ca. 1,4 Mio. kWh/a) wird als „Grüner Strom“ nach dem Erneuerbare – Energien - Gesetz in das Netz des regionalen Energieversorgungsunternehmen (E.DIS Aktiengesellschaft) eingespeist.
24.10.2002 - Herr Joachim Gerhard (gerhard@nevest.de)
Teilnehmer: NEVEST new energy AG Schloßstraße 10 35510 Butzbach Tel. 06033/747055 Fax 06033/747011
Biodiesel Schwarzheide GmbH Die Biodieselanlage in Schwarzheide (Brandenburg), auf dem Gelände der BASF gelegen, besteht im Wesentlichen aus einem Umesterungsbereich, in dem chargenweise die verschiedenen Verfahrensschritte zur Vorreinigung und Umesterung ablaufen, und einem Glyzeringewinnungsbereich, in dem kontinuierlich das im Produktionsverfahren als Nebenprodukt anfallende Glyzerin aufgearbeitet wird. Das Glyzerin wird in einer Destillationseinheit zu hochwertigen chemischreinem Glyzerin (Pharmaglyzerin)veredelt. Die relativ aufendige Glyzerinreinigungsstrecke ist für die dreifache Menge des in Schwarzheide anfallenden Rohglyzerins konzipiert, so kann auch zugekauftes Rohglyzerin bzw. der Ausstoß aus einer geplanten Anlage in Rostock hier veredelt werden. Das Projekt wurde mit 6,7 Mio. Euro durch das Land Brandenburg sowie aus EU-Mitteln gefördert, 42 neue Arbeitsplätze sind dadurch in der strukturschwachen Region Niederlausitz entstanden. Auch hinsichtlich der Qualität strebt die Biodiesel Schwarzheide GmbH die Marktführerschaft in der Region an. Hierfür hat sie sich zur Einhaltung der Grundsätze einer umfassenden Qualitätssicherung gemäß den Richtlinien der Arbeitsgemeinschaft Qualitätsmanagement Biodiesel e.V. (AGQM), deren Mitglied sie ist, verpflichtet. Für die ständige Überprüfung der Produktqualität steht ein eigenes Labor zur Verfügung. Zusätzlich können bei Bedarf Untersuchungen in den Labors der benachbarten BASF durchgeführt werden. Die Biodiesel Schwarzheide GmbH ist ein 100%iges Tochterunternehmen der NEVEST new energy AG, Butzbach. Wichtige Kennwerte: 100.000 t Biodiesel höchster Qualität, 30.000 t Pharmaglyzerin
30.10.2002 - Herr Schorsch
Teilnehmer: WHG-Wohnungsbau- und Hausverwaltungs-GmbH Dorfstr. 9 16227 Eberswalde 033430/2240
Die allgemein schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den neuen Bundesländern wirken sich insbesondere auf den Wohnungsmarkt aus. Begrenzte Haushaltseinkommen und die Höhe der Kosten für das Wohnen haben die Mobilität der Mieter erhöht. Ein monatlicher Mietpreisvorteil von 25 EUR ist in den neuen Bundesländern oft Anlass zum Umzug. Mit der Erkenntnis, dass 30-50 % der Kosten des Wohnens durch die Heiz- und Lüftungsgewohnheiten der Mieter beeinflusst werden können und unter dem Hintergrund steigender Brennstoffkosten hat die WHG Wohnungsbau- und Hausverwaltung- GmbH Eberswalde in Zusammenarbeit mit der Dr. Riedel Automatisierungstechnik GmbH und dem Projektbüro Dörner und Partner GmbH eine umfangreiche energie- und lüftungstechnische Sanierung eines Plattenbaus vom Typ Schwedt in der Potsdamer Allee 4-12 in Eberswalde durchgeführt. Das Ergebnis: Der Heizwärmeverbrauch konnte um mehr als die Hälfte verringert, die Wettbewerbsfähigkeit des Wohnhauses auf dem Wohnungsmarkt deutlich gesteigert werden. Der Leerstand im Block ist wegen der verringerten Betriebskosten erheblich zurückgegangen. Maßnahmen: ? Ausführung der Fassadendämmung und Fenstererneuerung zur Erfüllung der Dichtigkeitsanforderung in Verbindung mit dem Einbau von Zuluftöffnungen zur Gewährleistung der erforderlichen Frischluftzufuhr. ? Installation einer bedarfsgeführten Heizungs- und Lüftungssteuerung, die als selbstlernendes System einen Mindestluftwechsel und Bedarfslüftung nach Erfordernis gewährleistet. ? Einbau einer Heizungssteuerung zur solaren Unterstützung der Warmwasser-bereitung und der Raumheizung. ? Auswahl aller energieintensiven Komponenten der Lüftungsanlage unter Optimierung der Bau- und laufenden Betriebskosten.
13.04.2002 - Herr Dipl.-Ing. Dietrich Dunst (redidu@aol.com)
Teilnehmer: Herr Dipl.-Ing. Dietrich Dunst
Ausbau und Erweiterung der beheizten Gewächshaus- fläche, - Abdeckung der Wärmegrundlast mittels Holzhackschnitzelkessel, - Spitzen- und Reserveleis- tung mittels eines Öl-Kessels, - Mitversorgung der zum Hof gehörenden Wirtschafts- und Wohngebäude.
Die ETI wird finanziert aus Mitteln des Ministeriums für Wirtschaft des Landes Brandenburg und der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam.