09.08.2018

Strom-Übertragungsnetz: Forschungsprojekt

Forscher untersuchen Marktdesign und Betriebsführung

 

 

Im Forschungsprojekt REGEES entwickelte ein Konsortium aus Forschung und Industrie optimale Betriebs- und Regelungsstrategien für eine zuverlässige elektrische Energieversorgung in Deutschland. Dabei soll die bis zum Jahr 2030 bestehende Einspeisung aus erneuerbaren Energien vollständig integriert werden.

 

Immer öfter müssen Übertragungsnetzbetreiber mit ungeplanten Maßnahmen stabilisierend in den Netzbetrieb eingreifen. Im Jahr 2017 waren laut Bundesnetzagentur über 20 Milliarden Kilowattstunden solcher Redispatch-Maßnahmen notwendig. Das entspricht in etwa dem Jahresbedarf von 5,7 Millionen Haushalten. Gleichzeitig wurden über 5,5 Milliarden Kilowattstunden erneuerbarer Strom aufgrund fehlender Netzkapazitäten im Rahmen des so genannten Einspeisemanagements (Einsman) heruntergeregelt.

 

Im Forschungsprojekt REGEES – der Name steht für Regeneratives Elektrisches Energiesystem – wurde das Zusammenspiel zwischen Übertragungs- und Verteilernetzbetreiber, also die ÜNB-VNB-Netzbetriebsführung analysiert und optimiert. Dabei wurde eine Eigenschaft des erneuerbaren Energiesystems berücksichtigt: Der Großteil der dezentralen Erzeuger ist in Verteiler-Netzebenen angeschlossen und stehen dem Übertragungsnetzbetreiber nicht direkt für die Regelung zur Verfügung. Bei den Arbeiten in REGEES ging es daher zum Beispiel um den koordinierten Einsatz vorhandener Flexibilitäten wie Energiespeicher oder schaltbare Lasten zum Nutzen der Übertragungs- und Verteilernetze. Mit den entwickelten Methoden kann ein Übertragungsnetzbetreiber die Flexibilität von Anlagen in einem unterlagerten Verteilernetz nutzen.

 

Die neu entwickelten Betriebsführungsstrategien dienen der besseren Koordination von Übertragungs- und Verteilnetzbetreiber sowie die horizontale Netzführung innerhalb einer Spannungsebene. Die Forscher untersuchten, wie netzdienliche Freiheitsgrade in allen Netzebenen nutzbar gemacht werden können.

 

Der zweite Forschungsschwerpunkt lag auf der Koordination von Markt und Netz-Betriebsführung: Die Kapazitäten relevanter Netzverknüpfungspunkte werden bereits vom Handel bei der Strombeschaffung berücksichtigt. Der Bilanzkreis eines Stromhändlers deckt also nicht nur den Bedarf seiner Kunden ab, sondern beachtet auch netzdienliche Aspekte. Ein Ergebnis von REGESS war allerdings auch, dass Eingriffe bzw. das Abschalten von Erneuerbaren-Energien-Anlagen nicht immer vermeidbar sind.

 

 

 

Weiterführende Informationen:

Arbeitsschwerpunkte und Ergebnisse stellen die Wissenschaftler auf der Website des Projektes vor.

 


Von: © BINE Informationsdienst

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